Corona-Gegner wollten in Wien Bannmeile durchbrechen

Laut Polizei Wien wollten bei der Demonstration gegen die Impfpflicht am Donnerstag mehrere Teilnehmer die Bannmeile unterschreiten.
Laut Polizei Wien wollten bei der Demonstration gegen die Impfpflicht am Donnerstag mehrere Teilnehmer die Bannmeile unterschreiten. ©APA/TOBIAS STEINMAURER
Bei der Corona-Demonstration am Donnerstag wollten kleinere Gruppen rund um die Veranstaltung die Bannmeile von 300 Meter um das Parlament unterschreiten. Die Polizei verhinderte das Vorhaben.
Demo gegen Impfpflicht um Parlament in Wien

Donnerstagnachmittag sammelten sich bei der Demonstration gegen die Abstimmung zur Impfpflicht über 500 Demo-Teilnehmer in der Wiener Innenstadt. Im Umfeld der Veranstaltung bildeten sich laut Polizei zahlreiche nicht angezeigte Versammlungen von kleineren Gruppen. Diese hatten offenbar das Ziel in die Innenstadt zu strömen und die Bannmeile zu unterschreiten. Nach dem Versammlungsgesetz darf während der Zusammenkunft des Nationalrats im Umkreis von 300 Metern keine Versammlung unter freiem Himmel stattfinden. Ein Durchdringen der Bannmeile konnten die Beamten verhindert, einige Personen wiesen sie weg und eine Demo von circa 150 Personen am Josefsplatz, die sich innerhalb der Bannmeile befand, lösten sie auf.

Corona-Gegner wollten in Wien Bannmeile durchbrechen

An den Demonstrationen gegen den Beschluss der Impfpflicht im Nationalrat haben weit weniger Menschen teilgenommen als bei früheren derartigen Kundgebungen gegen die Corona-Maßnahmen. So berichtete die Polizei am Freitag von bis zu 500 Teilnehmern, an Wochenenden davor hatten sich zum Teil rund 40.000 Corona-Maßnahmenkritiker in Wien zusammengefunden. Dennoch wurden am Donnerstag sechs Personen festgenommen, zwei Beamte verletzt.

500 Teilnehmer bei Corona-Demo am Freitag

Fünf Personen wurden wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt festgenommen, eine Person wegen Verweigerung der Identitätsfeststellung. Neben den sechs Festnahmen kam es außerdem zu ebenfalls sechs Anzeigen, unter anderem wegen versuchter schwerer Körperverletzung, vorsätzlicher Gefährdung durch übertragbare Krankheiten, Anstiftung zum Amtsmissbrauch und tätlichen Angriffs auf einen Beamten. 370 verwaltungsrechtliche Anzeigen stellten die Polizisten aus, darunter 60 wegen Missachtung der Bannmeile und 279 wegen Missachtung der Maskenpflicht. Im Bereich des Rings führten die Demos zu kleineren Störungen des öffentlichen und Privatverkehrs.

Sechs Anzeigen unter anderem wegen versuchter Körperverletzung

"Unterschiedliche Meinungen zu wichtigen Themen unseres Zusammenlebens und auch deren Kundtun in der Öffentlichkeit sind ein Eckpfeiler unserer demokratischen Gesellschaft. Der Angriff auf Polizistinnen und Polizisten ist aber nicht nur völlig inakzeptabel und eine strafbare Handlung, sondern vor allem ein Missbrauch des Versammlungsrechts", kommentierte Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) die Ausschreitungen und dankte den Polizisten.

Acht Demonstrationen sind für Samstag angezeigt worden

Für Samstag sind acht Kundgebungen in der Wiener Innenstadt bei der Polizei Wien angezeigt worden, hieß es auf Anfrage. Fünf davon dürfen stattfinden. Es seien zwar mehrere tausend Teilnehmer angemeldet worden, die Polizei erwartet aber für diesen Samstag keine große Beteiligung. Der ÖAMTC warnte allerdings in einer Aussendung vor Staus wegen Demonstrationen am Samstagnachmittag in Wien. Ab etwa 15 Uhr bis 18.30 Uhr ist mit Sperren von Ring und Franz-Josefs-Kai und auch darüber hinaus mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen.

Weitere Informationen zum Coronavirus.

(APA/Red)

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