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Cliff Richard wird 65

Mit angerockten Schnulzen lässt sich mehr verdienen als mit echtem Rock. Zu dieser Erkenntnis war er schon frühzeitig in seiner Musikerkarriere gekommen. Cliff Richard wird am 14. Oktober 65 Jahre alt.

Sie hat ihn superreich und in seiner Heimat zum bisher erfolgreichsten Sänger aller Zeiten gemacht. „Großbritanniens Antwort auf Elvis Presley“ hat zu Hause nicht nur viel mehr Singles verkauft als sein einstiges amerikanisches Vorbild, sondern sogar noch ein paar tausende mehr als die Beatles.

Doch Ende der 90er Jahre zeigte sich einmal mehr, dass alles Gift werden kann, wenn es zu hoch dosiert ist. Einflussreiche Radio-DJs probten den Cliff-Richard-Entzug und legten fortan so gut wie keinen seiner zahlreichen Ohrwürmer mehr auf. „Congratulations“ nicht und auch nicht Superhits wie „Power To All Our Friends“ oder „We Don’t Talk Anymore“.

Mit seinem Tränenrühr-Hit „Millennium Prayer“ – einer Vertonung des Vaterunser, die Richard als „Zeichen des Friedens gegen das Böse in der Welt“ anpries – verscherzte er es sich 1999 endgültig mit der selbst ernannten Geschmackspolizei bei vielen Sendern. Dass seine treuesten Fans wieder die Geldbörsen zückten und die Religionshymne zu den Klängen von „Auld Lang Syne“ auf den ersten Platz der Verkaufscharts hievten, konnte Richards Radiofrust nicht vertreiben.

Wenige Wochen vor seinem 65. warf der in Lucknow, der Hauptstadt des indischen Bundesstaates Uttar Pradesh, geborene Musiker mit dem bürgerlichen Namen Harry Rodger Webb, wütend das Handtuch. Nach 146 Singles und 67 Alben erklärte er, seine kurz zuvor veröffentlichte Platte „For Life“ sei die endgültig letzte. „Als Musiker möchte man nun mal, dass die Radiosender eine Platte auch spielen.“

Jene Kritiker, die Richard nie die Abkehr vom „ehrlichen“ Rock’n’Roll der frühen Jahre mit den Shadows und die Hinwendung zu Schlagern verziehen hatten, zu denen seit 1966 auch noch gottesfürchtige Christkind-Popsongs kamen, überboten sich an Häme. Die Zeitung „taz“ freute sich gar über die „Abrüstung eines Musikterroristen“. Sender, die Cliff Richard boykottierten, hätten vermutlich „einfach nur guten Geschmack“.

Das Dementi des Schlagerstars ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Er arbeite längst wieder in Aufnahmestudios, ließ Sir Cliff kurz vor dem Geburtstag über seinen früheren Religionslehrer Bill Latham mitteilen. Einmal mehr, so scheint es, hat der Glaube dem ewigen Junggesellen, der nach eigenem Bekunden „lieber als sinnlicher denn als sexueller Mensch“ gesehen werden möchte, über eine Krise hinweggeholfen.

So war er auch damit fertig geworden, dass seine Zeit als „Peter Pan des Pop“ ablief. Jahrelang wirkte Richard stets jugendlich frisch, ganz wie der nie alternde Märchenheld. Kurz vor dem 60. Geburtstag erzählte Richard dem Magazin „Ok“, dass auch er sich die Gesichtsmuskeln mit Botox-Spritzen straffen ließ. Damit sei es nun aber vorbei: „Man muss altern, das gehört zum Leben.“

Lange vorher hatte er bereits eine Lebensmaxime verinnerlicht, die sich ebenfalls mit dem Bekenntnis zu Gott verband: Sei wohltätig. Jedes zehnte Pfund, dass Richard verdient, bekommen Hilfsorganisationen. Einige seiner Millionen sind dadurch in die Armenhilfe geflossen. Dafür wurde Richard 1995 von der britischen Königin als „Sir Cliff“ in den Adelsstand erhoben.

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