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Chronisten prägen den Tag in Cannes

"The Search" begeistert in Cannes
"The Search" begeistert in Cannes ©EPA
Wim Wenders wurde am 21. Mai mit seiner bildgewaltigen Würdigung des brasilianischen Ausnahmefotografen Sebastiao Salgado gefeiert. Menschen in Krisengebieten standen aber auch bei zwei weiteren Cannes-Filmen im Mittelpunkt: Die außer Konkurrenz gezeigte Dokumentation "Maidan" über die Unruhen der vergangenen Monate in der Ukraine und "The Search".
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Wenders rückt für “The Salt of the Earth” bedrückende und zugleich atemberaubende Fotos aus Krisen- und Kriegsgebieten, von Flüchtlingen und unter schwersten Bedingungen arbeitenden Menschen, aber auch imposante Naturaufnahmen ins Zentrum. Es sind Bilder des international renommierten Saldago, eines Rastlosen, eines Abenteurers, eines Unerschrockenen. Der 70-Jährige erzählt von seinen Erlebnissen, von den Menschen, die da auf den Fotos zu sehen sind: Goldgräber in Südamerika zum Beispiel, die ihre schwere Last über dünne Holzleitern schleppen. Mit Öl verschmierte Feuerwehrmänner an den brennenden Ölfeldern Kuwaits. Verzweifelte Flüchtlinge in Ruanda. Bis aufs Skelett abgemagerte Kinder in der Sahelzone.

“The Search” in Cannes

Für “Maidan” fing der in der Ukraine aufgewachsene und mittlerweile in Deutschland lebende Regisseur Sergej Losniza über einen längeren Zeitraum die Proteste auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew ein. Er nimmt dabei die Rolle des Beobachters ein, verzichtet meist auf erklärende oder kritische Einordnungen. Ein facettenreicheres Bild verschiedener Seiten innerhalb eines Konflikts entwirft dagegen der Wettbewerbsbeitrag “The Search” von Regisseur Michel Hazanavicius.

Nach seinem Stummfilm “The Artist”, dessen internationaler Triumph vor drei Jahren in Cannes begann, widmet er sich einem deutlich ernsteren Thema, dem Tschetschenienkrieg. Er habe dieses Projekt schon länger im Kopf gehabt, erklärte der französische Regisseur. Doch erst der Erfolg von “The Artist” habe es ihm ermöglicht, das auch zu realisieren.

In “The Search” porträtiert er nun mehrere Menschen, deren Schicksale durch den Krieg verbunden werden. So drastisch seine Bilder von Flucht und Massaker, von Verrohung und Versöhnung auch sind, so schematisch bleiben die Figuren in Klischees hängen: der traumatisierte Waisenjunge, der von seiner brutalen Umwelt zum Mörder gemachte Soldat. Vor allem Hazanavicius’ Lebensgefährtin Berenice Bejo bleibt mit ihrer Performance als hilflose EU-Menschenrechtsbeauftragte ziemlich blass. So gut wie mit “The Artist” wird es für “The Search” wohl nicht laufen.

(APA)

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