Chance auf mildere Strafen für Pussy Riot

Nach der internationalen Empörung über die Verurteilung von drei Musikerinnen der regierungskritischen Punkband Pussy Riot in Russland wegen Rowdytums aus religiösem Hass rechnen Beobachter mit einer Abmilderung der Strafe. Russische Medien äußerten am Samstag die Erwartung, dass die Strafe von jeweils zwei Jahren Lagerhaft in einem Berufungsverfahren reduziert werden dürfte.
Kasparow brutal verhaftet
Kundgebung in Wien
Zwei Jahre Haft für Pussy Riot
Proteste nach Schuldspruch


Präsident Putin hatte sich Anfang des Monats gegen ein “zu hartes” Urteil ausgesprochen, zu der Gerichtsentscheidung äußerte er sich bisher nicht. Die mit der Staatsführung verbundene russisch-orthodoxe Kirche forderte nach dem Urteil “Milde” für die drei Frauen. Im In- und Ausland war die Verurteilung der drei Frauen scharf kritisiert worden.

Das Gericht hatte die 22-jährige Nadeschda Tolokonnikowa, die 24-jährige Maria Alechina und die 30-jährige Jekaterina Samuzewitsch am Freitag schuldig erklärt und zu jeweils zwei Jahren Lagerhaft verurteilt. Sie hatten bei einer kurzen Performance in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale im Februar ein “Punkgebet” gegen Putin aufgeführt.

Auch bei vielen Russen stieß das Urteil auf Unverständnis: 77 Prozent der Befragten zeigten sich “nicht einverstanden” mit der Strafe, wie aus einer Telefonumfrage für den Radiosender Moskauer Echo vom Samstag hervorging.

Der bei einer Protestkundgebung in Moskau am Freitag festgenommene frühere Schachweltmeister und Oppositionspolitiker Garri Kasparow kam am Samstag zusammen mit etwa 50 weiteren Demonstranten wieder frei. Bisher sei keine Anklage gegen ihn erhoben worden, sagte einer von Kasparows Mitstreitern. Laut Interfax wird dem Oppositionellen vorgeworfen, einem Polizisten ins Ohr gebissen zu haben. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft. Kasparow wies den Vorwurf zurück und erklärte, er sei in der Untersuchungshaft geschlagen worden.

  • VIENNA.AT
  • Chance auf mildere Strafen für Pussy Riot
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen