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Causa Fendrich: Kronzeuge ein Betrüger

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Jener Schneider, der im Kokain-Prozess gegen Rainhard Fendrich den Kronzeugen der Anklage geben wird, ist am donnerstag im Wiener Straflandesgericht rechtskräftig wegen Betrugs verurteilt worden.

Konkret lautete das Urteil fünf Monate bedingt wegen Betrugs, Körperverletzung und Erstellung eines falschen Vermögensverzeichnisses. Die Anklageschrift gegen den Austro-Popper ist noch nicht rechtskräftig, Fendrichs Anwalt Manfred Ainedter hat gegen diese Einspruch erhoben.

Der 40-jährige Schneider behauptet, seit dem Jahr 2002 20 bis 30 Mal gemeinsam Fendrich Kokain konsumiert zu haben, wobei in aller Regel der Sänger das Suchtgift zur Verfügung gestellt haben soll. Die Anklagebehörde qualifiziert das als Weitergabe und hat daher gegen Fendrich, der diese Darstellung bestreitet, aber zugibt, in den vergangenen 15 Jahren einen Ferrari „verschnupft“ zu haben, Anklage erhoben.

Vor Richterin Birgit Schneider hatte der angebliche Promi-Schneider bereits heute Erklärungsbedarf: Wie sich im Grauen Haus herausstellte, ist er längst nicht mehr selbstständig tätig. Gegen ihn läuft ein Insolvenzverfahren. Sein Verteidiger Werner Tomanek räumte ein, der 40-Jährige sei „unterkapitalisiert“ gewesen und habe daher einem seiner Lieferanten Oberbekleidungsstoffe in Höhe von 101 Euro nicht mehr bezahlen können.

Von der Betrugsanklage umfasst waren auch 5.835,73 Euro, die ein Woll- und Textilhändler für gelieferte Waren nicht bekommen hatte, sowie 7.350 Euro, die dem Schneider für die Herstellung und Montage von Möbeln in Rechnung gestellt worden waren. Sein Mandant habe einfach zu wenig Eigenkapital gehabt, sei selbst von einigen Abnehmern im Stich gelassen worden und habe „halt gehofft, dass es sich irgendwie ausgehen wird“, erläuterte Tomanek. „Die Leut san abg’sprungen, da hab’ i das Geld net bekommen“, fügte der Schneider hinzu.

Im Zuge eines Exekutionsverfahrens hatte dieser auch noch eine falsche Adresse angegeben und nach Ansicht der Staatsanwaltschaft damit die Befriedigung seiner Gläubiger gefährdet. Der letzte Anklagepunkt führte schließlich in die „raue Wirklichkeit der Marktwirtschaft“, wie sich der Verteidiger ausdrückte: Der Beschuldigte hatte im Zuge einer Auseinandersetzung einem türkischen Schneider die Faust ins Gesicht gedonnert, nachdem ihm dieser eine Näherin abgeworben hatte. „Dabei hab’ ich der 100 Euro fürs Nähen einer Jacke gezahlt g’habt!“, jammerte der 40-Jährige.

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