Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

CARE: Myanmar noch nicht bereit für Rohingya-Rückführung

Großteil der vertriebenen Rohingya will wieder heim
Großteil der vertriebenen Rohingya will wieder heim ©APA (AFP)
Für Zia Choudhury, CARE-Landesdirektor von Bangladesch, ist Myanmar für die Rückkehr der zuvor vertriebenen Rohingya noch nicht reif. Auch der vierte Rückführungsversuch sei vor wenigen Wochen gescheitert. "Die bengalische Regierung hat festgestellt, dass die Umstände für eine nachhaltige, würdevolle und sichere Rückkehr nicht gegeben sind", sagte er am Mittwoch zur APA in Wien.

Die Vertreibung der Rohingya aus Myanmar, die im August 2017 begonnen hatte und der über 10.000 Menschen zum Opfer fielen, wurde von der UNO als ethnische Säuberung verurteilt. Rund eine Million Flüchtlinge leben nun in der Region Cox’s Bazar im angrenzenden Bangladesch.

“Bangladesch und Myanmar haben sich auf einige Voraussetzungen für die Rückführung geeinigt”, erklärte Choundhury. Die Rückkehr solle freiwillig erfolgen, und der muslimischen Minderheit sollten in dem überwiegend buddhistischen Land Menschen- und Bürgerrechte zugesichert werden. “Für Bangladesch werden diese Voraussetzungen aber nicht erfüllt”, berichtete er.

Den Vorwurf Myanmars, dass NGOs mit den Geflüchteten Geld verdienten und darum die Rückführung verhinderten, wies Choundhury als “unglaublich” zurück. “Die Vorstellung, dass wir davon profitieren, ist völlig abwegig! Wir kämpfen vielmehr mit den begrenzten Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen”, erklärte er. CARE Bangladesch habe sogar bereits einen Großteil seiner eigentlich für die Bezahlung der Mitarbeiter vorgesehenen Geldreserven verbraucht.

“Die wirklichen Gründe für die Vertreibung der Rohingya aus Myanmar wurden bisher nicht behandelt”, so Choundhury. Viele Dörfer der Minderheit seien mittlerweile vernichtet worden. Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten hätten sich gegen die Rohingya gewandt. “Dieser Diskriminierung Herr zu werden wird wohl Jahrzehnte dauern. Aber bis dahin brauchen wir grundlegende Sicherheiten durch die Behörden, um eine Rückkehr zu ermöglichen”, fuhr er fort. Diese Garantie bestehe aber momentan nicht.

“Allgemein gibt es ein anhaltendes negatives Narrativ gegenüber den Rohingya”, sagte er. Viele Menschen in Myanmar seien nun auf diese Ungerechtigkeiten aufmerksam geworden und würden nun ihre Stimmen erheben.

Ein ähnlich negatives Bild der Rohingya habe es auch in Bangladesch gegeben, das sich nun durch den Kontakt mit ihnen gebessert habe. “Die Bengalen verstehen, dass sie vor einer Krise geflohen sind und Schutz suchen”, sagte der Direktor. Viele Bengalen seien “sehr stolz, den Menschen zu helfen”. “Die Solidarität, die bis heute anhält, ist sehr inspirierend: Tausende Menschen kommen zu ihnen und geben ihnen Nahrung und Kleidung, unterstützen sie finanziell und bitten die Regierung, mehr für die Menschen zu tun”, berichtete Choundhury.

Für Dhaka sei die Situation “sehr heikel”, denn die Wahl stehe vor der Tür. “Die Regierung arbeitet trotzdem auf allen Ebenen daran, die Geflüchteten zu unterstützen und ihr Bestes abzuwägen. Sie jetzt zurückzuschicken, ist keine brauchbare Lösung”, so der CARE-Landeschef. Zwar seien die Flüchtlingslager nun besser organisiert als früher, aber die “Würde, Gesundheit und Sicherheit” der Geflüchteten sei noch immer gefährdet. “CARE und andere NGOs arbeiten stets zusammen mit der Allgemeinheit und der Regierung daran, dies zu verbessern”, fuhr er fort.

Die schiere Masse der Geflüchteten erschwere aber “qualitativ hochwertige Arbeit”. “Bangladesch kann an sich keine Million Flüchtlinge aufnehmen”, sagte Choundhury. Die Grenzregion, in die die Menschen geflohen seien, sei sehr arm, was die Integration der Rohingya in die regionale Gesellschaft erschwere. “Wir haben mit vielen Flüchtlingen gesprochen, und die große Mehrheit will sicher nach Hause zu ihrem Leben, ihren Bauernhöfen und den Gräbern ihrer Vorfahren zurückkehren. Sie wollen nicht in Bangladesch bleiben”, berichtete er.

Der CARE-Landesdirektor rief auch zu mehr internationaler Unterstützung auf. Die Krise ist könne die “gesamte Region destabilisieren”. “Wenn man eine Million Menschen nicht ernährt, die sich in einer bereits sehr armen Region befinden, schafft das Instabilität”, erklärte er. CARE habe bereits die Regierungen von Bangladesch und Myanmar zu einer Lösung aufgerufen. “Auf Myanmar muss Druck ausgeübt und Unterstützung angeboten werden”, so Choundhury. Viele NGOs seien bereit, Myanmar bei der Rückführung der Rohingya an Ort und Stelle zu unterstützen

“Wir dürfen nicht vergessen, dass die Flüchtlinge normale Menschen sind, die ihre Heimat verlassen mussten, wir müssen sie als Individuen, Familien und Gemeinschaften betrachten”, appellierte der Landeschef. Es sei einfach, viele leidende Menschen als abstrakte Gruppe wahrzunehmen und sie so ihrer Menschlichkeit zu berauben, um sie besser ignorieren zu können. “Erinnern wir uns daran, dass Flüchtlinge weltweit nur Menschen sind, die überleben wollen und Sicherheit suchen”, forderte er.

(APA)

Fill 1Created with Sketch. zurück zur Startseite
  • VIENNA.AT
  • Politik
  • CARE: Myanmar noch nicht bereit für Rohingya-Rückführung
  • Kommentare
    Kommentar melden
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen