Capitals drehen 1:4-Rückstand gegen Salzburg in Sieg

Capitals drehten Rückstand noch in Sieg
Capitals drehten Rückstand noch in Sieg ©expa/Haumer
Die Vienna Capitals siegten am Sonntagabend gegen die Red Bulls Salzburg. Nach 1:4-Rückstand drehten die Wiener die Partie im Schlussabschnitt und siegten 5:4 nach Verlängerung.
Bilder vom Spiel

Capitals zu Beginn überlegen – kalte Dusche der Bullen!
In den ersten beiden Saisonheimspielen wurde den Zuschauern in der Albert Schultz Halle zumeist durchwegs harter Eishockeysport geboten. Die beiden Schiedsrichter Berneker (Österreich) und Schimm (Deutschland) pfiffen zu Beginn des Spieles durchwegs kleinlich und ahndeten Foulvergehen strikt. Bereits nach sieben (!) Sekunden nahm Salzburg Stürmer Duncan auf der Strafbank Platz. Die Wiener konnten zu Spielbeginn ein Übergewicht erarbeiten.

Mitten in die erste Drangphase der Wiener kam die kalte Dusche für die Capitals. Zuerst traf Stürmer Schliechl im ersten Überzahlspiel für die Salzburger praktisch mit der ersten Offensivaktion für die Gäste. 90 Sekunden später traf der Ex-Capitals Stürmer Latusa nach einem Bully an alter Wirkungsstätte. Dem nicht genug! In einer Phase der doppelten Überzahl (beide Rodman Brüder saßen auf der Strafbank) erhöhte Verteidiger Rebek zum 0:3! Innerhalb von nur 188 Sekunden gelang den Bullen somit in Wien die vermeintliche Vorentscheidung!

Wiener geschockt aber mit Kämpferherz – Bullen eiskalt
Die Wiener reagierten nach dem Tripple-Schlag der Salzburger geschockt. Die Capitals zeigten jedoch großes Kämpferherz. Über den Kampf fanden die Wiener wieder zurück ins Spiel.  Den Anschlusstreffer für die Wiener markierte Tropper im Überzahlspiel (Minute 18). Zuvor vergab D.Rodman (Minute 17) danach Kraxner (Minute 19) gute Wiener Einschussmöglichkeiten. Als alles auf die große Aufholjagd der Wiener hindeutete konterten die Salzburger mit einer herrlichen Aktion die Gastgeber klassisch aus. Latusa bediente Koch zum vierten Bullentreffer! Nach 20 Minuten lautete der überraschende Spielstand 1:4 für die Gäste.

Wenig Action auf dem Eis!
Im ersten Drittel machte er bei mindestens zwei Gegentreffern nicht den besten Eindruck. Stammtorhüter Cassivi hatte in der Tat nicht seinen besten Tag gegen Salzburg erwischt. In der ersten Drittelpause reagierte Capitals Trainer Gaudet und wechselte Ersatztorhüter Rudolf Hummel ein.

An der Charakteristik des Spiels änderte sich wenig. Die Capitals hatten etwas mehr vom Spiel und vergaben ihre vorhandenen Torchancen (Marcel Rodmann in Minute 22) zu leichtfertig. Der zweite Abschnitt war jedoch arm an Höhepunkten. Der Gast aus Salzburg stand in der Defensive solide und ließ die Wiener nur selten vielversprechend vor das eigene Gehäuse kommen.

Capitals rennen an und erzielten zweiten Treffer
Im letzten Drittel begannen die Capitals mit dem Mute der Verzweiflung. Trotz des großen Rückstands versuchten die Wiener dem Spiel eine Wende zu geben. In Minute 45 scheitere Kevin Kraxner spektakulär an der Stange. Eine knappe Minute später erzielte David Nageler nach Vorlage der Rodman-Brüder den zweiten Treffer der Wiener. In dieser Phase des Spiels konnten sich die Salzburger die Scheibe nicht aus dem eigenen Drittel klären. Die Capitals kamen beinahe im 30-Sekunden-Takt zu guten Torchancen. An eine Wende glaubte zu diesem Zeitpunkt freilich noch niemand.

Youngsters bringen Capitals wieder heran
Durch den ersten Treffer von David Nageler witterten die Wiener jedoch Morgenluft. Jedoch nicht wie zu vermuten war die Legionäre, sondern die „jungen“ Österreicher übernahmen das Zepter. Kraxner, Rotter, und Torschütze Nageler waren von den Salzburgern im letzten Drittel nicht zu kontrollieren.

Nach einem Foul von Salzburg Spieler Gergen kamen die Wiener erneut zu einem Überzahlspiel. Passend zur Dramaturgie des Spiels sollte wieder ein “junger Wilder” für den Torjubel sorgen. Daniel Nageler konnte im Überzahlspiel aus kurzer Distanz die Scheibe zum viel bejubelten Anschlusstreffer in die Maschen versenken – die Albert Schultz Halle stand Kopf!

Sturmlauf der Wiener
Nach dem dritten Treffer schöpften die Wiener berechtigte Hoffnung auf den ersten Punktgewinn in einen Heimspiel in der neuen Saison. Mit großen Kampfgeist und unterstützt vom frenetischen Publikum fanden die Capitals weiter große Torchancen vor. In Minute 58 erlöste das Arbeitstier Benoit Gratton die Zuschauer. Aus kurzer Distanz schob er die Scheibe Goalie Leneveu zum Ausgleich durch die Beine. Ein praktisch bereits entschiedenes Spiel ging in die Verlängerung!

Nach 57 Sekunden in der Verlängerung – Capitals gewinnen das Spiel
In der Verlängerung machten die Capitals dort weiter wo sie im letzten Drittel aufhörten. Mit druckvollen Offensivhockey sorgten sie schnell für ein Übergewicht auf dem Eis. Nach 57 Sekunden in der Verlängerung war das Spiel beendet. David Rodman sorgte für das spielentscheidende Tor für die Wiener mit einem Schlagschuss. Die Wiener gewannen ein verloren geglaubtes Spiel – die 3.300 Zuschauer in der Halle waren endgültig aus dem Häuschen.

Stimmen zum Spiel:
Kevin Gaudet (Vienna Capitals): “Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft. Sie haben nie aufgegeben und gezeigt aus welchem Charakter sie sind. Klar war auch Glück dabei im letzten Drittel aber die Mannschaft es erarbeitet. Ich bin sehr stolz auf meine jungen Spieler. Heute haben Kraxner, Rotter, Nageler und Rudi Hummel für den Umschwung gesorgt. (Zum Torhüterwechsel) Cassivi hat im ersten Drittel bei vier Schüssen gleich vier Tore bekommen. Da musste ich etwas ändern. Rudi Hummel hat super gespielt. Er hat uns die notwendige Ruhe gegeben defensiv um das Spiel zu drehen.”

David Nageler (Vienna Capitals): “Ein unglaubliches Spiel! Wir haben immer daran geglaubt, dass wir die Partie noch drehen können. (Zu seinen beiden Toren) Wer die Tore macht ist völlig egal. Hauptsache wir gewinnen!”

Marcel Rodman (Vienna Capitals): “Ich denke um das heute zu verstehen muss ich erst eine Nacht darüber schlafen. Es war ein unglaubliches Spiel. Wir haben gekämpft wie die Löwen und am Ende glücklich aber verdient gewonnen.”

Pierre Page (Red Bull Salzburg): “Wir haben heute nur 20 Minuten Eishockey gespielt. Danach haben wir unverständlich passiv gespielt. Warum das passierte ist schwierig nach dem Spielende zu analysieren. Unser Kader aber ist gut und wir werden aus dieser Niederlage lernen.”

Manuel Latusa (Red Bull Salzburg): “Für die Leistung ab dem zweiten Drittel habe ich ehrlich gesagt keine Worte. Wir haben den Capitals zu viel Raum gelassen und sind zu wenig Schlittschuh gelaufen. Am Ende haben die Capitals nicht unverdient gewonnen. Aber wir müssen uns an der eigenen Nase fassen, dass wir die drei Tore Führung nicht zum Sieg verwertet haben.”

Vienna Capitals vs. Red Bull Salzburg 5:4 n.V. (1:4,0:0,3:0,1:0)
Albert Schultz Halle – 3.300 Zuschauer

Tore: Tropper (18. /PP), Nageler (46.,49./PP), Gratton (58.), David Rodman (61.) bzw. Schliechl (9./PP), Latusa (10.), Rebek (12./PP), Koch (20.)

Strafen: 10 bzw. 16 Minuten^

Thomas Muck
In Kooperation mit sportreport.at

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