Burgtheater: Ensemble solidarisch mit entlassener Vizedirektorin

Aufregung im Wiener Burgtheater.
Aufregung im Wiener Burgtheater. ©APA
Die Schauspielerinnen und Schauspieler des Burgtheaters haben sich am Dienstag bei einer Ensembleversammlung auf die Seite der entlassenen Vizedirektorin Silvia Stantejsky gestellt.
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“Die Solidarität des Ensembles gilt Silvia Stantejsky”, hieß es in einer danach veröffentlichten kurzen Pressemitteilung.

Weitere Details gibt es jedoch nicht: “Das Ensemble hat in der heutigen Versammlung entschieden, Silvia Stantejskys Wunsch zu respektieren, die offenen Fragen, die sich im Zusammenhang mit ihrer Entlassung stellen, zu diesem Zeitpunkt nicht über die Presse zu diskutieren”, so die Erklärung. Auch der Betriebsrat des Burgtheaters wollte sich zu der Causa nicht äußern. Stantejsky selbst war nicht zu erreichen.

Ensemble empört: “Persona non grata”

“Die Presse” (Dienstag-Ausgabe) hatte von einer vorbereiteten Petition an Direktion und Aufsichtsrat berichtet, in der es u.a. heiße: “Es kann nicht sein, dass man eine Person, die sich nahezu 35 Jahre für dieses Theater eingesetzt hat, zur Persona non grata in der gesamten deutschsprachigen Theaterszene macht.” Man könne nicht verstehen, weshalb nun “eine Säule dieses Theaters” demontiert werde, obwohl doch der weitere Geschäftsführer (Hartmann, Anm.), Aufsichtsrat und Wirtschaftsprüfer jahrelang an den Jahresabschlüssen nichts auszusetzen gehabt hätten.

Die Vorwürfe, die zu der im Dezember ausgesprochenen Entlassung geführt haben, beziehen sich auf Unregelmäßigkeiten, die eine Gebarungsprüfung der vergangenen Spielzeit, für die Stantejsky als kaufmännische Geschäftsführerin zuständig war, zutage gebracht habe. Dem Haus sei daraus kein finanzieller Schaden erwachsen, doch Buchungsvorgänge seien derart aufklärungsbedürftig, dass sofortige dienstrechtliche Konsequenzen notwendig gewesen seien, hieß es.

Seit 1980 im Burgtheater

Stantejsky, die seit 1980 im Betriebsbüro des Burgtheaters arbeitete und seit 2008 kaufmännische Geschäftsführerin des Burgtheaters war, hatte sich im Februar 2013 bei der Neuausschreibung ihres Postens nicht beworben und gleichzeitig auf die dramatische finanzielle Situation des Hauses hingewiesen. Als Vizedirektorin sollte sie von künstlerischer Seite her auch “die wirtschaftlichen Belange des Burgtheaters vertreten”. Neuer kaufmännischer Geschäftsführer ist seit 1. September Thomas Königstorfer, der vom Linzer Landestheater nach Wien wechselte.

Eine weitere, externe Prüfung soll nun in den kommenden Wochen Klarheit bringen.

(APA)

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