Burgtheater-Causa: Due Diligence Bericht entlastet Aufsichtsrat

In der Causa Burgtheater gibt es nun Entlastung für den Aufsichtsrat
In der Causa Burgtheater gibt es nun Entlastung für den Aufsichtsrat ©APA (Sujet)
Nachdem der Endbericht der forensischen Prüfung der Vorwürfe gegen die entlassene Burgtheater-Vizedirektorin Silvia Stantejsky vorgelegt wurde, dürfte die Frage nach der Mitverantwortung für das offenbar von außen kaum nachvollziehbare Buchhaltungssystem des Hauses diskutiert werden. Ein Due Diligence Bericht entlastet den Aufsichtsrat.
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Dem Bericht zufolge sei der Burgtheater-Aufsichtsrat seiner Kontrollfunktion nachgekommen. “Es gab keine Hinweise für Mängel im Rechnungswesen und im internen Kontrollsystem, weder seitens des aktuellen Wirtschaftsprüfers KPMG noch seitens des früheren Wirtschaftsprüfers PWC und auch nicht seitens der internen Revision”, heißt es in dem am 6. Februar vorgelegten 60-seitigen Gutachten, für das die Anwaltskanzlei CMS Reich-Rohrwig Hainz die dem Aufsichtsrat seit Herbst 2009 vorgelegten Unterlagen sowie die Aufsichtsratsprotokolle durchgearbeitet hat.

Burgtheater-Jahresabschlüsse bestätigt

Besonders wird hervorgehoben, dass die Jahresabschlüsse von den Wirtschaftsprüfern stets mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden seien.

Während der Senior Partner der KPMG, Martin Wagner, im Interview mit der heutigen “Presse” sagt, man habe bereits bei der Jahresabschlussprüfung für das Jahr 2011/12 “einiges gemerkt und das dem Aufsichtsrat in einer sehr frühen Phase, im Jänner 2013, mitgeteilt”, heißt es in der Berichterstattung über den Jahresabschluss per 31. August 2012 an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates am 25. Jänner 2013: “Im Rahmen unserer Prüfung haben wir keine wesentlichen Schwachstellen des internen Kontrollsystems im Rahmen des Bilanzerstellungsprozesses festgestellt.”

Aufsichtsrat zweifelte nicht am Kontrollsystem

“Der Aufsichtsrat hatte keine Gründe, an einem funktionierenden internen Kontrollsystem zu zweifeln”, ebenso habe es keine Hinweise gegeben, dass das Vier-Augen-Prinzip nicht umgesetzt werde, heißt es im Due Diligence Bericht. Erst ab Juni 2013 seien Mängel bekannt geworden.

Ausdrückliche Hinweise auf die finanzielle Schieflage des Burgtheaters fänden sich allerdings bereits ein Jahr zuvor in den Aufsichtsratsprotokollen. Diese wurde jedoch offenbar als gravierend eingeschätzt.

Schwere Krise könnte Bühnenbetrieb gefährden

In einer Vorbemerkung spricht der Bericht von einer “schweren Liquiditätskrise, die den Bühnenbetrieb gefährden könnte”. So erklärt sich wohl auch die ungewöhnliche Stellungnahme des Aufsichtsratsvorsitzenden des Burgtheaters, Georg Springer, nach der jüngsten Aufsichtsratssitzung am 10. Februar: “Das Burgtheater ist in keiner Weise in seiner Existenz gefährdet.”

(apa/red)

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