Bundespräsident Heinz Fischer besuchte Obdachlose in der Gruft in Wien

Heinz Fischer war am Dienstag in der Gruft.
Heinz Fischer war am Dienstag in der Gruft. ©APA
Die "Gruft" in Wien hat am Dienstag Besuch von Bundespräsident Heinz Fischer bekommen. Das Staatsoberhaupt plauderte mit Obdachlosen und aß mit ihnen gemeinsam zu Mittag. Das "Recht auf eine menschenwürdige Existenz" sei "nicht verhandelbar", betonte Fischer.
Fischer seit zehn Jahren im Amt
Heinz Fischer in der Gruft

Fischer legte seine Gruft-Visite ausgerechnet auf den zehnten Jahrestag seines Amtsantritts. Dafür habe er sich bewusst entschieden, denn er schätze die Arbeit karitativer Einrichtungen außerordentlich. Caritas-Direktor Michael Landau erinnerte bei der Gelegenheit daran, dass der Bundespräsident unmittelbar nach seinem Amtsantritt karitative Institutionen als seine allerersten Gäste empfangen und damit ein Wahlversprechen eingelöst hatte: “Damals war die Aufmerksamkeit für den einzelnen Menschen schon spürbar.”

Heinz Fischer als Präsident zum Anfassen

“Die Menschen sind unglaublich verschieden. Das ändert aber nichts daran, dass sie alle gleichwertig sind”, meinte der Bundespräsident. Das Recht auf eine menschenwürdige Existenz sei nicht verhandelbar. Dies in die Lebensrealität zu transportieren, sei eine permanente Aufgabe. Landau wiederum sparte nicht mit Komplimenten an seinen hohen Gast, bat aber zugleich um Unterstützung im Kampf gegen Armut.

Fischer selbst gab sich bei seinem Besuch durchaus als Präsident zum Anfassen: “Die Menschen glauben, dass ein Bundespräsident im Elfenbeinturm sitzt und außer seinem Kabinettschef, seiner Ehefrau und ein paar Polizisten niemand Zugang zu ihm hat.” Das stimme aber nicht. So mischte sich das Staatsoberhaupt – begleitet von einer Traube Journalisten – unter jene Personen, die im Tageszentrum der Gruft in der Barnabitengasse (Bezirk Mariahilf) betreut werden, und aß gemeinsam mit ihnen zu Mittag.

Über die Gruft in Wien

Die Gruft verteilte allein 2013 rund 97.000 Mahlzeiten an Bedürftige, wobei die Zahl in den vergangenen Jahren stets gestiegen sei. Das Notquartier wurde erst vor kurzem ausgeweitet. Nach der Errichtung des neuen Tageszentrums wird derzeit die benachbarte Notschlafstelle renoviert. Voraussichtlich ab September können dort auch wieder Menschen ohne Dach über dem Kopf nächtigen. Rund 60 Betten werden zur Verfügung stehen. Ist die Nachfrage – wie im Winter – besonders hoch, könne auf bis zu 100 Schlafplätze aufgestockt werden, hieß es. (APA)

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