Bürgermeister Ludwig ist Pate des Schönbrunner Eisbären-Babys

Bürgermeister Michael Ludwig (R) und Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck anlässlich der Patenschaft für Eisbären-Mädchen Finja
Bürgermeister Michael Ludwig (R) und Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck anlässlich der Patenschaft für Eisbären-Mädchen Finja ©APA/HANS PUNZ
Das kleine Eisbären-Mädchen "Finja" im Tiergarten Schönbrunn hat ab sofort einen nicht unbekannten Paten: Der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig schaute mit Gemüse als Antrittsgeschenk vorbei.
Ludwig wird Pate: Beim Pressetermin
Ein Name für das Eisbären-Baby

Der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) ist "Finjas" Pate. Zum Einstand am Montag gab es für das putzige Wollknäuel und Mama "Nora" ein gschmackiges Geschenk: Salat und Karotten.

Kleine Eisbärin ist absoluter Publikumsmagnet

Auch wenn "Finja" erst einige Monate alt ist - ein Publikumsmagnet unter den Besuchern ist der kleine Eisbär allemal. Auch beim Medientermin am Montag, wo Ludwig als Tierpate präsentiert wurde, drängten sich die Fotografen und Kameraleute, um den besten Blick auf das Jungtier zu erhaschen.

Für Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck ist das große Interesse keine Überraschung: "Es ist eben der große Unterschied, wenn man so ein Tier live beobachten kann wie bei uns hier im Tiergarten Schönbrunn, oder wenn man es eben nur im Fernsehen sieht."

Seit zwölf Jahren erstmals Eisbären-Baby in Schönbrunn

"Finja" ist der erste Eisbären-Nachwuchs im Tiergarten Schönbrunn seit zwölf Jahren. Sie kam im November 2019 auf die Welt. Zur Namensfindung wurde die Öffentlichkeit miteingebunden - mit reger Teilnahme. Es trudelten 20.964 Ideen ein, geworden ist es schließlich "Finja", was "die Weiße und Schöne" bedeutet.

Lebhafte "Finja" liebt jede Menge Action

Der Bärenkind-Alltag gestaltet sich beschaulich und natürlich auch spannend, erzählte Hering-Hagenbeck. "Jeder Tag ist für diesen kleinen Eisbären im Moment besonders. Das Tier spielt viel, erkundet viel, aber ruht eben auch viel." "Finja" sei zwar jeden Tag auf Entdeckungstouren im Gehege unterwegs und könne dabei von den Zoobesuchern gut beobachtet werden, aber manchmal brauche sie auch Pausen, in denen sie sich zurückziehe: "Das kennt man von kleinen Kindern auch: Wenn sie viel gespielt haben, dann machen sie auch mal kurz einen Mittagsschlaf."

Vor ihrem prominenten Paten, dem Bürgermeister, präsentierte sich das Eisbären-Mädchen von seiner besten Seite - zumal es auch ein schmackhaftes Geschenk gab: Ludwig brachte eine Kiste mit frischen Karotten und Salatköpfen mit, die gleich einmal interessiert angeknabbert wurden.

Bürgermeister von Paten-Tier begeistert

Finja verspeiste die mitgebrachten Karotten und Salatköpfe gemeinsam mit Mutter Nora mit offensichtlichem Genuss. "Finja trinkt zwar noch vor allem Muttermilch, aber sie lernt bereits spielerisch Futter kennen und knabbert gern Salat und Karotten", erklärte Hering-Hagenbeck.

Der Bürgermeister war jedenfalls begeistert von seinem Patentier. Sie sei "ein sehr liebenswürdiges Eisbären-Mädchen, das sehr energiegeladen durch das Gehege tobt", schwärmte er. Es gab aber noch eine weitere Motivation, die Patenschaft zu übernehmen.

Ludwig appelliert mit Patenschaft für Klimaschutz

"Eisbär‘n müssen nie weinen" - dieses Zitat aus dem Song "Eisbär" der Band Grauzone aus den 1980er Jahren nahm Bürgermeister Ludwig zum Anlass, darauf hinzuweisen, dass dies 40 Jahren nach Veröffentlichung des Liedes "leider nicht mehr" stimme. "Eisbären sind zu einem Symbol des Klimawandels geworden. Die größte Bedrohung stellt die globale Erderwärmung dar. In ihrer Heimat, der Arktis, schmilzt ihnen das Eis unter den Pfoten weg."

Er wolle mit der Patenschaft "ein Zeichen setzten, um die hohe Bedeutung und Dringlichkeit des Klimaschutzes in Erinnerung zu rufen. Dem globalen Klimawandel entgegenzutreten - das ist die Herausforderung unserer Zeit".

"Wir in Wien arbeiten bereits seit mehr als 20 Jahren an unserem konsequenten Klimaschutzprogramm. So konnten wir die CO2-Emmissionen bereits um ein Drittel im Vergleich zu 1990 reduzieren. Und bis 2050 senken wir den CO2-Ausstoss pro Kopf um 85 Prozent. Wir in Wien leisten damit unseren Beitrag, um den Weiterbestand dieser wunderbaren und schönen Tiere zu sichern."

Lobende Worte für den Tiergarten Schönbrunn

Dem Tiergarten streute der Wiener Bürgermeister und Landeshauptmann Rosen: "Der Tiergarten Schönbrunn ist nicht nur der älteste Zoo der Welt sondern auch einer der modernsten, der weltweit als Vorzeigebeispiel gilt und auch regelmäßig als bester Zoo der Welt ausgezeichnet wird. Finja, ihre Eltern Nora und Ranzo und die vielen, vielen anderen Zoo-Tiere fühlen sich hier sichtlich wohl. Und selbstverständlich möchte ich dem gesamten Team von den Tierpflegerinnen und Tierpflegern bis zu Direktor Hering-Hagenbeck zum Nachwuchs sehr herzlich gratulieren", betonte Ludwig.

Eisbär-Mädchen Finja wird später umziehen

Ludwig warb auch dafür, in den Tiergarten zu kommen, um das Eisbären-Kind beim Spielen zu beobachten - mache dies doch "eine große Freude": "Ich kann nur alle einladen, möglichst schnell zu kommen, denn sie wird jetzt schrittweise immer größer und man kann jetzt sehr gut die Veränderung im Leben eines Eisbären-Mädchens beobachten." Auch er selbst wolle künftig öfter den Zoo besuchen, kündigte er an. Damit er sein Patentier aber immer sehen kann, gab es für den Bürgermeister - neben einer Urkunde - als Geschenk auch ein gerahmtes Foto von "Finja" für den Schreibtisch.

Apropos aufwachsen: Wo "Finja" einmal leben wird, wenn sie groß genug ist, ist offen. "Wir sind Teil eines europäischen Zuchtprogramms und darüber wird bestimmt, wo 'Finja' irgendwann hingeht", sagte Hering-Hagenbeck. Aber bis dahin ist noch viel Zeit, in der "Finja" durch das Gehege in Schönbrunn toben kann.

(apa/red)

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