Brüssel: EVP nominiert Prodi-Nachfolger

Beim EU-Gipfel in Brüssel soll unter anderem die Nachfolge von Kommissionspräsident Prodi geklärt werden. Die konservativen Parteichefs haben sich heute auf einen Kandidaten geeinigt.

Die Chancen von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) auf das Amt des EU-Kommissionspräsidenten sind am frühen Donnerstagnachmittag offenbar gesunken. Die konservativen Regierungschefs einigten sich im Vorfeld des EU-Gipfels in Brüssel auf den britischen EU-Außenkommissar Chris Patten als Kandidaten. Dies teilte der CSU-Europaabgeordnete Elmar Brok nach Ende einer Sitzung der Europäischen Volkspartei (EVP) mit. Schüssel gab nach dem Treffen keinen Kommentar ab.

Bisher hatte der frühere italienische Ministerpräsident Romano Prodi das Amt inne gehabt. „Ich glaube, dass die EVP mit Chris Patten einen geeigneten Kandidaten hat“, sagte Brok vor Journalisten. Patten habe politische Führungskraft und moralische Autorität bewiesen. Mehrere konservative Regierungschefs sowie der EVP-Fraktionsvorsitzende Hans-Gert Pöttering bestätigten, dass sich die EVP auf einen „Kandidaten geeinigte hätten. Sie nannten aber keine Namen.

Zuvor hatten sich die Europäischen Liberalen Parteien nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen können. Als Favorit war der belgische Premierminister Guy Verhofstadt gehandelt worden.

In den vergangenen Wochen hatte es geheißen, der neue Kommissionschef sollte aus einem konservativ regierten, kleinen Land kommen und noch dazu Erfahrungen als Regierungschef mitbringen. (Schluss) ths/ed/ak

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