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Brunnenmarkt wird neu saniert

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In Wien-Ottakring wird das Viertel rund um den Brunnenmarkt saniert. Durch die Neugestaltung des Marktes, die Verbesserung der Wohnqualität und kulturelle Aktivitäten wie „Soho in Ottakring“ wird der Stadtteil aufgewertet.

Dass das Brunnenviertel allzu schick werden und dadurch seinen multikulturellen Charme verlieren könnte, sei aber nicht zu befürchten, betonen die Verantwortlichen.

Zuwanderer-Grätzel

„Das Ganze war relativ alternativlos, wenn es den Markt auch in Zukunft noch geben soll“, so Bezirksvorsteher Franz Prokop. Bei den umliegenden Wohnhäusern sei die Bausubstanz vielfach in bedrohlich schlechtem Zustand: „Das sind teilweise Ruinen, da musste etwas geschehen.“ Das Brunnenviertel hat – auch als Arbeitsort – eine hohe Attraktivität für Zuwanderer. Ihr Anteil beträgt rund 41 Prozent (Bezirksschnitt: 25 Prozent). Laut Gebietsbetreuung sprechen drei Viertel der Marktstandler türkisch.

Aufwertung

In die Sanierung des ersten, 250 Meter langen Abschnitts des Marktes wurden 1,3 Mio. Euro investiert. Nicht inkludiert sind die Kosten für neue Marktstände, denn die müssen die Standler selber tragen – was durchaus auch auf Kritik stößt. In der Umgebung sind mehrere Wohnbauprojekte geplant, etwa im ehemaligen Kaufhaus „Osei“ oder im „Yppenheim“. In 15 Wohnhäusern werden durch geförderte Sanierungen 100 höherwertige Wohnungen entstehen.

Prokop verwies auf das Bürgerbeteiligungsverfahren zur Aufwertung des Viertels. Wichtig sei auch, dass die etwa in der Grundsteingasse beheimatete Kunstszene an der Entwicklung Schritt für Schritt mitwirkte. Damit könne man sicherstellen, dass nicht nur die „Schickimickis“ angelockt würden und auch die Wohnpreise im Rahmen blieben.

Auch Architektin Brigitta Maczek-Mateovics, die gemeinsam mit ihrem Ehemann Ernst für die Umgestaltung – und die beiden orangefarbenen Plastikpalmen in der Brunnengasse – verantwortlich ist, glaubt nicht, dass es zu einer „Gentrifizierung“ und damit zu einer Verdrängung der Alteingesessenen durch Wohnungsspekulanten kommen könnte. Das heimische Mietrecht garantiere, dass die Bewohner auch beim Umbau ihres Hauses nicht ihre Wohnung verlieren würden. Das Ziel ihrer Planungen: „Der Markt soll ein Ort sein, wo sich Alt und Jung, viele Altersgruppen und Berufsschichten mischen.“

Familiär

Fragt man den prominenten Marmeladenproduzenten Hans Staud, dessen Familie seit Generationen am Markt ansässig ist, so scheint das Konzept aufzugehen. „Ich bemerke bereits jetzt jeden Samstag 20 bis 30 neue Gesichter in unserem Geschäft“, sagte er. Ein zweiter Naschmarkt voller Touristen und wohlhabender „Bobos“ („Bourgeois Bohemiens“) sei trotzdem nicht zu erwarten: „Dafür sind wir zu wenig zentral, viel familiärer und nicht so abgehoben.“

Trotzdem gibt es Indizien, die Brunnenmarkt-Liebhaber genau das befürchten lassen. So will sich laut Bezirksvorsteher Prokop ein italienischer Feinkostladen ansiedeln. Außerdem ist mit dem Cafe „An-Do“ bereits ein Ableger der Naschmarkt-Bobo-Tränke „Do-An“ vor Ort.

„Der Markt ändert sich, er wird immer belebter. Es ist die optimale Gegend für uns“, meinte ein Lokal-Mitarbeiter zur APA. Wie am Naschmarkt werde es am neuen Standort aber „hoffentlich nicht“, versuchte er zu beruhigen: „Es ist dort hektisch geworden und voller Geschäftemacher. Wir sind froh, dass wir hier sind.“

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