Briefwähler werden SPÖ noch vor FPÖ bringen

Die Briefwahlstimmen werden die SPÖ noch vor die FPÖ bringen.
Die Briefwahlstimmen werden die SPÖ noch vor die FPÖ bringen. ©APA/ROLAND SCHLAGER
Laut den Schätzungen der Hochrechner der ARGE Wahlen (für die APA) und von SORA (für den ORF) dürften die Briefwahlstimmen noch große Änderungen des Wahlergebnisses bringen. Die SPÖ wird voraussichtlich den zweiten Platz belegen.

Die Hochrechnungen erwarten für die SPÖ schlussendlich 26,8 (ARGE) bzw. 26,9 Prozent (SORA), für die FPÖ hingegen 26,3 bzw. 26 Prozent der Stimmen. In der Urnenwahl (ohne Briefwahlstimmen und wahlkreisfremden Wahlkarten) liegt die FPÖ mit 27,35 Prozent auf Platz zwei – knapp vor der SPÖ mit 26,75 Prozent. Bei den Briefwählern wird der FPÖ von ARGE Wahlen und SORA ein deutlich schwächeres Ergebnis als in der Urnenwahl prognostiziert, daher dürften die Freiheitlichen mit den mehr als 750.000 Briefwahlstimmen noch hinter die SPÖ zurückfallen.

Keine großen Änderungen für die ÖVP

Für den Wahlsieger ÖVP dürfte sich mit der Auszählung der postalisch oder in Wahllokalen in fremden Wahlkreisen abgegebenen Stimmen bei den Stimmanteilen nicht mehr viel ändern. Die ARGE-Hochschätzung weist für die Partei von Sebastian Kurz mit 31,4 Prozent dasselbe Ergebnis aus wie in der Urnenwahl, die SORA-Prognose sieht eine leichte Verbesserung auf 31,6 Prozent.

Auch NEOS dürften ihr Urnen-Ergebnis (4,96 Prozent) noch geringfügig verbessern – auf 5,1 (SORA) bzw. 5,3 Prozent (ARGE). Auch die Liste Pilz darf geringfügige Verbesserungen durch die Briefwähler erwarten: In der Urnenwahl votierten 4,1 Prozent der Wähler für die Liste des Ex-Grünen, schlussendlich könnte das Ergebnis bei 4,3 (SORA) bzw. 4,4 Prozent (ARGE) liegen.

Grüne haben quasi keine Hoffnung mehr auf Einzug ins Parlament

Die Grünen, die in der Urnenwahl nur 3,3 Prozent erreichten, dürfen sich quasi keine Hoffnungen mehr auf einen Sprung über die Vier-Prozent-Hürde machen. Zwar ist die Öko-Partei bei den Brief- und Wahlkartenwähler traditionell stark. Die Prognosen von SORA und ARGE Wahlen attestieren den Grünen aber mit 3,9 Prozent bzw. 3,7 Prozent dennoch ein knappes Scheitern beim Verbleib im Nationalrat.

Auch auf die Mandatsverteilung haben die Briefwahlstimmen und Wahlkarten laut den Hochrechnern voraussichtlich noch Auswirkungen: Laut ARGE Wahlen wird die ÖVP ihre 61 Mandate aus der Urnenwahl halten. Die FPÖ dürfte mit den Briefwählern eines ihrer 53 Mandate an die NEOS verlieren. Die Pinken würden dann statt neun Mandaten zehn Sitze halten. Die SPÖ bleibt demnach bei ihren 52 Mandaten (und hat dann gleich viele wie die FPÖ). Die Liste Pilz sieht ARGE Wahlen wie in der Urnenwahl bei acht Sitzen.

SORA rechnet mit Abwanderung von zwei FPÖ-Mandaten

Auch SORA sieht den Mandatsstand von SPÖ und Liste Pilz mit den Briefwählern unverändert. Anders als die ARGE-Hochschätzung rechnen die ORF-Hochrechner aber mit einer Abwanderung von zwei FPÖ-Mandaten: So würde je ein blauer Sitz an NEOS und ÖVP gehen. Damit würde laut SORA am Schluss die ÖVP bei 62 Mandaten halten, und die FPÖ bei 51. Damit würden die Freiheitlichen auch in Mandaten hinter die SPÖ (52) zurückfallen.

APA/Red.

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