Blutige Gewalt in Moskau vor Putins Amtsantritt

Gewalt, Verletzte und Hunderte Festnahmen vor der Amtseinführung des russischen Präsidenten Putin: Bei einer Massenkundgebung sind russische Polizeieinheiten am Sonntag gegen gewaltbereite Regierungsgegner vorgegangen. Augenzeugen sprachen von blutigen Szenen und Hunderten Festnahmen im Stadtzentrum. Dort protestierten mehrere Zehntausend Menschen gegen Putins Rückkehr in den Kreml am Montag.


Die Hoffnungen der Veranstalter, eine Million Menschen zu mobilisieren, erfüllten sich nicht. Schätzungen gingen zwischen 50.000 und 70.000 Menschen aus. Die Polizei gab die Zahl hingegen mit nur 8.000 an. Experten schätzten die Teilnehmerzahl auf 50.000 bis 70.000. Die Polizei sprach von 450 Festnahmen und mindestens 27 Verletzten, die meisten von ihnen Sicherheitskräfte.

Laut Polizei waren unter den Festgenommenen auch der Chef der oppositionellen Linksfront, Sergej Udalzow, Liberalenführer Boris Nemzow und Anti-Korruptions-Aktivist Alexej Nawalny. Ihnen droht jeweils eine Arreststrafe von 15 Tagen. Udalzow wurde abgeführt, während er auf der Bühne einer Rede hielt.

Menschenrechtler warfen der Polizei unkontrollierte Brutalität vor, gaben aber auch radikalen Provokateuren unter den Demonstranten eine Mitschuld an der Eskalation der Lage. Nach Angaben der Sicherheitskräfte gab es unter den Demonstranten Provokateure, die mit Steinen und Flaschen warfen.

Videoaufnahmen zeigten, wie die eigentlich auf Anti-Terror-Einsätze spezialisierte Sonderpolizei Omon mit Schlagstöcken wahllos auf friedliche Demonstranten einschlug. Mindestens sechs Menschen mussten mit Prellungen, Schürfungen und teils auch Schnittwunden im Krankenhaus behandelt werden.

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