Besuch des Dalai Lama: EU-Delegation in Tibet gefordert

Austro-Pop Star Hubert von Goisern engagiert sich sehr für Tibet.
Austro-Pop Star Hubert von Goisern engagiert sich sehr für Tibet. ©Vienna.at/ Alexander Blach
Anlässlich des Besuches des Dalai Lamas fordern heimische Tibeter-Organisationen, sich zur "repressiven Politik in Tibet" zu äußern. So auch Unterstützer Hubert von Goisern. Zudem solle eine EU-Delegation nach Tibet reisen, um sich selbst ein Bild von der sich "drastisch verschlechternden Situation" zu machen, so der Tenor bei der Pressekonferenz am Dienstag in Wien.
Pressekonferenz in Wien zur Lage in Tibet
Der Dalai Lama an der Uni Wien

Auch der langjährige Tibet-Unterstützer Hubert von Goisern zeigte sich “frustriert”, dass bei der Selbstbestimmung der Tibeter sogar “Rückschritte” gemacht werden. Während seiner Schilderungen über eine kürzlich erfolgte Reise in die Region war der Alpenrocker den Tränen nahe: “Es ist sowas von absurd”.

Er schäme sich außerdem “seit Jahrzehnten” für die heimischen Politikern und deren “Umgang mit dem Problem des Status Tibets”.

Bundespräsident Fischer trifft nicht auf den Dalai Lama

Einen Seitenhieb gab es für Bundespräsident Heinz Fischer, der als “deklarierter Freund Chinas”, wie ihn der Sänger nannte, ein Treffen mit dem Dalai Lama verweigere. Es wäre ihm lieber, wenn sich der “Bundespräsident einbringen würde”, er sitze hier, weil es Fischer nicht tue, so von Goisern.

Elisabeth Zimmermann, Obfrau von Save Tibet, erwähnte in diesem Zusammenhang ihre “frustrierende und eigentlich beschämende Korrespondenz” mit dem Staatsoberhaupt im Zuge des Besuches, aber auch anlässlich der Selbstverbrennungen von tibetischen Mönchen. Ihre Organisation habe Fischer mehrmals aufgefordert, den Dalai Lama im Rahmen seines Wien-Besuches (25. bis 27. Mai) zu treffen, dieser habe jedoch “immer wieder abgelehnt”.

Öffentliche Kundgebung für Tibet am 26. Mai in Wien

Zahlreiche tibetische Organisationen, darunter die Tibeter Gemeinschaft in Österreich (TGÖ), Save Tibet und die Gesellschaft Schweizerisch-Tibetische Freundschaft, organisieren am 26. Mai eine öffentliche “Europäische Solidaritätskundgebung für Tibet”, um ihre Forderungen an eine breite Öffentlichkeit und die Politik zu transportieren. Highlight der Veranstaltung ist eine Rede des tibetischen Oberhauptes sowie eine des tibetischen Exil-Premiers Lobsang Sangay. Zudem wird Hubert von Goisern auftreten. Auch einige Politiker seien eingeladen worden, um öffentlich zu sprechen; Namen wollte das Organisationskomitee jedoch noch keine nennen.

Neben der “verstärkten internationalen Aufmerksamkeit” nannte Migmar Raith, Mitglied des Organisationskomitees und Präsident der Gesellschaft Schweizerisch-Tibetische Freundschaft, die Schaffung eines EU-Sonderkoordinators für tibetische Angelegenheiten als eine weitere Forderung.

Laut einem Bericht der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) betreffen die Hauptprobleme in Tibet die Situation der Nomaden (fast die Hälfte aller in Tibet lebenden, Anm.), die von der chinesischen Regierung “ghettoisiert und zwanghaft angesiedelt” werden, aber auch die Religionsfreiheit habe insbesondere in Osttibet (außerhalb der derzeitigen Autonomen Region Tibet, Anm.) stark abgenommen. 

(APA / Red.)

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