Beste Freundin erstochen: 15-Jährige wegen Mordes vor Gericht

Ein 15-jähriges Mädchen muss sich wegen Mordes vor Gericht verantworten.
Ein 15-jähriges Mädchen muss sich wegen Mordes vor Gericht verantworten. ©APA
Am kommenden Mittwoch muss sich ein 15-Jahre altes Mädchen wegen Mordes vor einem Wiener Schwurgericht verantworten. Sie soll am 29. Mai 2013 ihre beste Freundin mit einem Küchenmesser erstochen haben.
Einvernahme nach Messerstich
16-Jährige verstorben

Sie hatte laut Anklage am 29. Mai 2013 ihrer 16-Jahre alten besten Freundin in einer Wohnung in Wien-Favoriten ein Küchenmesser mit einer Klingenlänge von 20 Zentimetern in den Rücken gestoßen. Der Stich traf das Herz, die 16-Jährige hatte keine Überlebenschance.

Beste Freundin traf sich mit Ex-Freund der 15-Jährigen

Die zwei Freundinnen dürften in Streit geraten sein, weil die 16-Jährige dem ehemaligen Freund der Angeklagten näher gekommen war. Bereits am 16. Mai hatte die 15-Jährige jedenfalls auf Facebook an ihren Freundeskreis gerichtet gepostet: “Beste Freundin hängt mit Ex herum. […] Leben oder Tod??? Auf was tippt ihr?”

Beide Mädchen stammten aus äußerst tristen familiären Verhältnissen und waren früh in Kontakt mit Drogen geraten. Zeitweise lebten sie auf der Straße. Die Nacht vor der Bluttat hatten sie in der Wohnung eines flüchtigen Bekannten verbracht, der gerade einmal ihre Vornamen kannte. Sie hatten den 36-Jährigen telefonisch um einen Schlafplatz gebeten, nachdem die Mutter der 16-Jährigen diese zu Hause wieder einmal rausgeschmissen hatte. Vor dem Eintreffen in dem Gemeindebau in der Hardtmuthgasse sollen die Teenager noch synthetische Drogen und Alkohol gekauft und diese während der Nachtstunden konsumiert haben.

16-Jährige starb während Notoperation

Als der 36-Jährige am Morgen seine Wohnung zwecks eines Arztbesuchs verließ, machte die 15-Jährige der Anklage zufolge ihrer Freundin heftige Vorhalte, weshalb diese etwas mit ihrem Ex angefangen habe. Im Zuge eines Wortgefechts griff sie dann zu einem Küchenmesser. Als der Wohnungsbesitzer nach rund einer Stunde zurückkehrte, lag die 16-Jährige leblos im Vorzimmer, über sie gebeugt die 15-Jährige, die sie zu reanimieren versuchte. Die 16-Jährige starb im UKH Meidling, einer Notoperation blieb der Erfolg versagt.

Für die Angeklagte geht es im Fall eines anklagekonformen Schuldspruchs um eine Haftstrafe zwischen einem und zehn Jahren. Der übliche Strafrahmen für Kapitalverbrechen – zehn bis 20 Jahre oder lebenslang – ist für Jugendliche, die zum Tatzeitpunkt das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet hatten, deutlich herabgesetzt.

(APA/Red)

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