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Russland kündigt Rückzug von Soldaten nach Krim-Manövern an

Verteidigungsminister Schoigu besuchte die Krim
Verteidigungsminister Schoigu besuchte die Krim ©APA/SPUTNIK
Russland hat den Abzug mehrerer Militäreinheiten angekündigt, die in den vergangenen Tagen an Manövern auf der 2014 von Moskau einverleibten Schwarzmeer-Halbinsel Krim beteiligt waren. Inmitten neuer Spannungen im Ukraine-Konflikt hatten die Übungen international Besorgnis ausgelöst. Die Soldaten hätten die Überprüfung ihrer Verteidigungsbereitschaft bestanden und würden ab Freitag zu ihren Stationierungsorten zurückkehren, sagte Verteidigungsminister Sergej Schoigu.

An den Übungen hatten russischen Angaben zufolge 10.000 Soldaten teilgenommen. Es waren mehr als 40 Kriegsschiffe sowie Bodentruppen, Kampfflugzeuge und Luftabwehreinheiten beteiligt. Truppenaufmärsche auf russischer, aber auch auf ukrainischer Seite hatten zuletzt die Befürchtung ausgelöst, dass die Kämpfe im Konfliktgebiet Ostukraine erneut eskalieren könnten.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj begrüßte die Abbeorderung der russischen Soldaten. "Die Verringerung der Truppenzahl an unserer Grenze reduziert entsprechend die Spannung", schrieb Selenskyj auf Twitter.

Zurückhaltend äußerte sich die US-Regierung. "Wir haben die Worte gehört. Ich denke, worauf wir warten, sind Taten", sagte Außenamtssprecher Ned Price vor Journalisten. Washington habe gegenüber der russischen Regierung deutlich gemacht, dass diese "von eskalierenden Handlungen absehen" und "alle aggressiven Maßnahmen in und um die Ukraine herum beenden" müsse.

Auch an der westlichen Grenze Russlands sollen Einheiten abgezogen werden, kündigte Schoigu am Donnerstag bei einem Krim-Besuch laut Agentur Tass an. Um wie viele Soldaten es sich insgesamt handelt, war zunächst unklar. Gleichzeitig erklärte der russische Verteidigungsminister, dass die Militärtechnik eines Truppenverbands in die Nähe von Woronesch gebracht und dort für ein Manöver im Herbst gelagert werden sollen. Der Ort ist rund 170 Kilometer Luftlinie von der ukrainischen Grenze entfernt.

Von der NATO kamen dementsprechend zunächst zurückhaltende Kommentare. "Wir haben die Ankündigung des russischen Verteidigungsministers Sergej Schoigu zur Kenntnis genommen", sagte ein Sprecher am Abend. Die NATO bleibe wachsam und werde Russlands "ungerechtfertigten Ausbau der Militärpräsenz" in und um die Ukraine weiterhin genau beobachten. Jede Deeskalation Russlands wäre "wichtig und überfällig".

Seit knapp sieben Jahren werden Teile der Gebiete in der Ostukraine entlang der russischen Grenze von moskautreuen Separatisten kontrolliert. UN-Schätzungen zufolge wurden bei den Kämpfen mehr als 13.000 Menschen getötet. Ein 2015 unter Vermittlung Deutschlands und Frankreichs vereinbarter Friedensplan liegt auf Eis.

Laut ukrainischer Armee wurde am Donnerstag trotz geltender Waffenruhe ein Soldat infolge von Beschuss durch moskautreue Rebellen getötet. Die Aufständischen wiederum warfen den Regierungstruppen Beschuss ziviler Objekte am westlichen Stadtrand der Rebellenhochburg Donezk vor. Ein knapp 60-jähriger Mann sei schwer verletzt worden. Unabhängige Bestätigungen der Berichte lagen zunächst nicht vor. Seit Jahresbeginn sind im Konfliktgebiet insgesamt rund 60 Menschen getötet worden.

(APA/dpa)

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