Bawag verkauft Anteile an ATV

Bild: atv.at
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Mit dem Verkauf der BAWAG-Anteile am österreichischen Privatsender ATV dürfte es nun ernst werden. Einen Favoriten gibt es bislang noch nicht.

Am Freitag trifft sich Mehrheitseigentümer Herbert Kloiber mit BAWAG-Generaldirektor Ewald Nowotny zu einem so genannten „Beauty Contest“, einem Brainstorming darüber, welche Investmentbank die Anteile an den Mann bringen soll. Der eigentliche Verkaufsprozess werde etwa im Mai beginnen und innerhalb von sechs Monaten finalisiert sein, sagte Kloiber Donnerstagabend vor Journalisten.

Der neue BAWAG-Eigentümer Cerberus will sich von der 43-Prozent-Beteiligung an ATV trennen. Mit dem endgültigen Verkauf der Anteile rechnet Kloiber im Herbst. Einen Favoriten nannte der Medienunternehmer nicht, es läge jetzt bei Nowotny zu eruieren, „was am Markt möglich ist“. Betreut werden soll der Verkauf von einer Investmentbank – als mögliche Kandidaten nannte er unter anderem Morgan Stanley, Lehman Brothers, Rothschild und JP Morgan.

Dass Kloiber selbst die restlichen Anteile an ATV übernehmen könnte, sei grundsätzlich möglich – allerdings nur in dem Fall, dass sich „nur Nebochanten“ unter den Bietern finden, die die Anteile zu einem Billigpreis übernehmen wollen. Kloiber hält mit seinem Medienunternehmen Tele München (RTL 2, Tele 5, Cinemaxx) die Mehrheit am österreichischen Privatsender, laut Kloiber handelt es sich um rund 54 Prozent.

Nicht mehr interessiert ist Kloiber nach eigenen Angaben an den TV-Rechten für die Fußball-EM 2008. Dieser Zug sei „abgefahren“. Hintergrund: Der ATV-Mehrheitseigentümer hatte bereits im vergangenen Oktober kritisiert, dass die UEFA bei den Übertragungsrechten für das Fußball-Event eine Grundsatzentscheidung zu Gunsten des ORF getroffen habe, obwohl ATV dafür mehr Geld geboten habe. Seinen Angaben zufolge lag das ATV-Angebot um 2,8 Mio. Euro über jenem des ORF.

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