Baumgartner: Stratos-Sprung nicht um jeden Preis

Der Stratosphären-Sprung des Salzburger Extremsportlers Felix Baumgartner rückt näher. Im März absolvierte er einen ersten Testsprung, im August will er seinen Traum verwirklichen, als erster Mensch im freien Fall die Schallmauer zu durchbrechen.
Erfolgreicher Stratos-Testsprung
Bilder: Stratos-Testsprung erfolgreich
Kapsel für Stratos-Sprung in den USA präsentiert
Baumgartner bereit für freien Fall aus 36.000 Metern

Aber nicht um jeden Preis: “Ich hänge sehr am Leben, ich will auf keinen Fall sterben”, sagte der Basejumper im APA-Interview im Hangar 7 in Salzburg.

Seit fünf Jahren arbeitet Baumgartner und das Red Bull Stratos-Team mit 40 Wissenschaftern mit Präzision an dem Plan. “Das letzte Entscheidungsrecht habe ich als Athlet”, so Baumgartner, der am Freitag seinen 43. Geburtstag feierte. “Aber das ist natürlich ein sehr einfacher Satz, der schnell ausgesprochen ist. Man weiß ja selber vor Ort, dass alle Leute, das gesamte Team dort ist und mit dir auf den Tag X wartet. Wenn dann eine Kleinigkeit nicht perfekt passt, ist es schon schwierig das Ganze abzublasen. Du musst für dich abschätzen können, denn Kompromisse musst du immer eingehen. Aber wie weit ist ein Kompromiss vertretbar”, so Baumgartner.

“Riesenmoment” für Baumgartner

“Und wir wollen ja eins nicht: Live vor der Kamera tödlich verunglücken. Das willst du deiner eigenen Mutter, deiner Freundin nicht antun. Du hast eine gewissen Verantwortung deinem Sponsor gegenüber, deinen Teampartnern gegenüber. Das sind alles Leute, die einem Vertrauen. Diese Menschen willst du nicht enttäuschen.”

Beim Stratos-Projekt will Baumgartner in der Wüste von New Mexiko, knapp 30 Kilometer von Roswell entfernt, mit einer Kapsel, die durch einen Ballon aufsteigen wird, aus einer Höhe von 36 Kilometer auf die Erde springen. Im März war der erste Testsprung aus einer Höhe von 21,8 Kilometern. “Wenn du in der Kapsel sitzt und irgendwann schaukelt die Kapsel weg und du siehst, wie die Erde unter dir kleiner wird, das war schon ein Riesenmoment. Das Aussteigen und draußen stehen und die Krümmung der Erde und den pechschwarzen Himmel zu sehen, war ein Riesenmoment. Du weißt in diesem Moment, dass es nur ganz wenigen Leuten vorbehalten war, dort zu stehen.” Baumgartner wusste, nach sechs Minuten würde er “nach Hause” kommen.

Testsprung war erfolgreich

Der Probesprung verlief nach Plan, allerdings hatte Felix Baumgartner mit der Kälte an Händen und Füßen zu kämpfen. Ein weiteres Problem war der Ausfall der Funkverbindung während des freien Falls. Sobald der Extremsportler den Fallschirm öffnet, muss er per Funk seine Position bekanntgeben, um sich so rasch wie möglich in ärztliche Hände zu begeben, falls eine Embolie droht.

Der Salzburger sah das Stratos-Projekt eigentlich als krönenden Abschluss seiner Karriere als Extremsportler. “Ich hab immer gesagt, dass dies mein letzter Sprung sein wird.” Wichtig sei ihm dass, er vom Image “Adrenalin-Junkie” und “Wilder Hund” wegkomme. “Ich bin kein Wahnsinniger, dem alles egal ist.”

(APA)

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