Baubeginn für Kraftwerk Lehen in Salzburg: Biber muss weichen

Salzburg-Stadt - Er hat das Vorhaben verzögert, nicht aber verhindert: Ein vor wenigen Monaten entdeckter, streng geschützter Biber, der sich just dort angesiedelt hat, wo die Salzburg AG das Kraftwerk Sohlstufe Lehen in der Stadt Salzburg errichten will. Nun aber liegt die jagdrechtliche Bewilligung vor: Der Biber muss - zumindest vorübergehend - weg.
Noch im Juli wird mit den Arbeiten begonnen, kündigte der Bauherr am Montag an.

In diesem Winter hatte sich der Biber genau im Bereich der Sohlstufe angesiedelt. Nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat Richtlinie ist der Nager eine “streng zu schützende Art von gemeinschaftlichem Interesse”. Der Schutz ist so streng, dass die Tiere in ihrem Lebensraum nicht einmal gestört werden dürfen. Die Jagdbehörde im Magistrat hat nun dennoch einen positiven Bescheid erlassen. Denn mit 14 Auflagen soll sichergestellt werden, dass nach der Bauphase “eine vorteilhafte ökologische Gestaltung der unmittelbaren Gewässerbereiche zur Wiederansiedlung des Bibers führen wird”. Begründet wurde die Ausnahme mit überwiegendem öffentlichen Interesse.

Das Kraftwerk wird ab Mitte 2013 mit einer Leistung von 13,7 Megawatt pro Jahr rund 81 Millionen Kilowattstunden Strom produzieren, so die Salzburg AG. Rund 23.000 Haushalte in den Stadtteilen Lehen, Liefering und Itzling können mit Strom aus dem Kraftwerk versorgt werden. Das Unternehmen investiert insgesamt 85 Millionen Euro in das Projekt.

Die Salzburg AG verwies auf weitere Vorteile durch den Kraftwerksbau. So sollen Fische dann auch im Bereich der Sohlstufe wieder ungehindert flussaufwärts wandern können und der Hochwasser-Schutz verbessert werden. Und außerdem werde im Zuge des Kraftwerkbaus der Glanspitz zu einem Naherholungsgebiet umgestaltet.

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