Banküberfall-Serie geklärt: Beute in Bordellen ausgegeben

Die Klärung der "größten Bankraubserie in der Geschichte Österreichs" wurde am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien bekanntgegeben. Zwei Räuber sollen für 26 Überfälle verantwortlich sein.
26 Banküberfälle geklärt
Banküberfall-Serie geklärt: Die Hauptverdächtigen

Zwei Räuber sollen für 26 Überfälle – davon 24 in der Bundeshauptstadt und jeweils eine Tat in Graz und Wiener Neudorf – verantwortlich sein. Ein Verdächtiger, Nuri N., ist am 6. Februar in Berlin festgenommen und am 17. August nach Österreich ausgeliefert worden. Sein Komplize sei “überführt”, sagte die Ressortchefin. Die Räuber waren bei den Überfällen mit Pistolen bewaffnet

Beute in Bordellen und Spielsalons ausgegeben

Von der Beute der Raubserie konnte kein Euro mehr sichergestellt werden. Die Täter haben das gesamte Geld in Bordellen und Spielsalons, aber auch für Suchtmittel ausgegeben, sagte Oberstleutnant Robert Klug vom Landeskriminalamt Wien bei der Pressekonferenz. Wie hoch die Beute insgesamt war, wollte man nicht beantworten.

Genannt wurden die beiden die “moneymaker”-Bande. “Moneymaker” vor allem deswegen, weil die tatverdächtigen Mazedonier Vulnet H. (34) und Nuri N. (33) bei einem Bankraub im Jahr 2006 in Favoriten das Geld in einer Plastiktasche mit “Moneymaker”-Schriftzug verstaut hatten. Der Sack riss, die Banknoten fielen zu Boden, schlussendlich trugen die Räuber ihre Beute mit vollen Armen davon, geradeso wie Kandidaten in der “Gelddusche” der beliebten Fernsehsendung, erläuterte Klug

Beide verdächtigen Bankräuber sitzen in Haft

Wie Klug präzisierte, sitzen beide Verdächtige in Haft. Einer der mutmaßlichen Täter, Vulnet H. (34), Vater einer zweijährigen Tochter, wurde bereits nach einem Überfall 2009 festgenommen. Mit Nuri N. (33) soll er der Polizei zufolge 15 Erste-Banken überfallen haben. Neun weitere Delikte beging N. alleine. Zwei Filialen hat N. mit anderen Komplizen überfallen, so Klug.

“Nach zwei bis drei Überfällen war klar, dass es sich um Serientäter handelt”, betonte Klug. Bei den Inhaftierten handelt es sich um Mazedonier, die sich zuletzt hauptsächlich in Österreich aufgehalten haben.

Schüsse auf Zeugen bei Banküberfall in Mariahilf

Das Duo wird sich auch wegen versuchten Mordes verantworten müssen, sagte die Polizei. Bei einem Coup am 20. September 2006 im Wiener Bezirk Mariahilf hatten die Männer aus dem Fluchtwagen auf einen sie verfolgenden Radfahrer geschossen. Die Kugeln verfehlten den Radler knapp und durchschlugen einen geparkten Pkw.

Die beiden Täter hatten sich bei ihrer Raubserie auf Filialen der Erste Bank spezialisiert. “Sie dachten wegen des Namens, dass es sich um die größte Bank handelt“, wurde bei der Pressekonferenz in Wien berichtet. Bei den Taten waren die Kriminellen immer mit einer scharfen Pistole bewaffnet.

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