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Banküberfälle ein Wiener Problem

Die exorbitante Zahl der Überfälle auf Banken und Postämter ist ein Wiener Problem. Während in der Bundeshauptstadt 74. Bankraub des Jahres verübt wurde und sich damit der Rekordwert immer mehr nach oben schraubt, ist die Zahl der Überfälle bundesweit rückläufig.

Insider der Materie glauben auch die Ursache zu kennen: der Personalmangel im Wiener Kriminaldienst. Die Verantwortlichen im Landespolizeikommando weisen das zurück.

Faktum ist: Die Zahl der Banküberfälle ist nach den Daten des Bundeskriminalamts in Österreich in diesem Jahr rückläufig. Gab es im vergangenen Jahr bis 1. Dezember 131 Raube bei Banken und Postfilialen, waren es heuer im selben Zeitraum 114 derartige Delikte. In Wien gab es im Vorjahr im ganzen Jahr 68 Banküberfälle, heuer waren es bis 1. Dezember 71, bis 5. Dezember 74.

“Wir können nicht mehr Beamte auf die Straße bringen als wir haben”, heißt es hinter vorgehaltener Hand bei der Kriminalpolizei. Laut Oberst Christian Stella, Sprecher des Wiener Landespolizeikommandos, sind derzeit 900 Beamte im Kriminaldienst im Einsatz. Das sei deutlich weniger als früher, wie er im Gespräch mit der APA einräumte. “Aber der Kriminaldienst hat nur mehr die Mittel- und Schwerkriminalität zu bekämpfen. Kleinkriminalität wird jetzt in den Polizeiinspektionen mitgemacht”, sagte der Sprecher.

Zum Vergleich: In München, von der Größe her mit Wien vergleichbar und gern als Vorbild dargestellt, sind 1.200 Beamte bei der Kripo tätig, sagte ein Sprecher des Münchner Polizeipräsidiums auf Anfrage der APA. “Da gibt es aber auch ein anderes System”, so Stella.

Ein weiterer Kritikpunkt in Polizeikreisen: Die Beamten seien erhöht mit Administrationsaufgaben beschäftigt. Auch das lässt Stella nicht gelten: “Früher musste der Kriminalbeamte den Akt fertig machen. Jetzt übernimmt diese Aufgabe ein uniformierter Kollege.” Summa summarum hätte der Kriminalbeamte mehr Zeit als früher.

Für den amtsführenden Landespolizeikommandanten Generalmajor Karl Mahrer ist die geopolitische Lage Wiens einer der Hauptgründe. Auch er will die Zahl der Kriminalbeamten nicht mit München verglichen wissen. “Bei uns arbeiten wesentlich mehr Leute in der Fläche, also Uniformierte, an der Aufklärung von Kriminalität”, sagte er der APA.

Genau das ist einer Kritikpunkte im Kriminaldienst: Dass Kriminalitätsbekämpfung in den Polizeiinspektionen durchgeführt wird, sei in der “Team04”-Reform (bei der Zusammenlegung der Wachkörper, Anm.) auch so vorgesehen gewesen. Nur es werde dort zu wenig in dieser Richtung gemacht, hieß es. Und Kleinkriminalität sei auch schon vorher in den Wachzimmern bekämpft worden.

“Wir sind bei der Aufklärungsquote jedenfalls in Richtung 50 Prozent unterwegs”, so Mahrer. Laut dem interimistischen Leiter der kriminalpolizeilichen Abteilung, Hannes Scherz, wurden heuer bisher 26 der 74 Banküberfälle geklärt. Weitere neun Klärungen betreffen Fälle aus dem Vorjahr. Rund 50 Prozent beträgt normalerweise die Aufklärungsquote, wenn auch manche Fälle erst Monate oder Jahre später geklärt werden.

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