Bachmann-Preis: Zwei Wiener sind dabei

Mit Andrea Grill, Thomas Stangl und Michael Stavaric treten heuer drei österreichische Autoren an, die eindeutig das Zeug haben, es mit ihren deutschen Kollegen aufzunehmen.

Besonders der 1972 im tschechischen Brünn geborene und in Wien lebende Stavaric hat in den vergangenen eineinhalb Jahren für Furore gesorgt: Seine Romane „Stillborn“ und „Terminifera“ (beide Residenz Verlag) wurden nicht nur von der Kritik mehr als wohlwollend aufgenommen, auch für sein Kinderbuch „Gaggalagu“ (Kookbooks) erhielt erst kürzlich den Kinder- und Jugendbuchpreis 2007.

Aber auch Thomas Stangls Romane „Der einzige Ort“ oder „Ihre Musik“ (Droschl) weisen mit ihrer Technik der Klammer-Einschübe, die er exzessiv ausweitet, so dass jedes Detail noch mit weiteren Hintergrund-Betrachtungen und Quer-Verweisen ergänzt wird, eine besondere Handschrift auf. Der 1964 in Wien geborene und mit dem Förderungspreis für Literatur 2005 ausgezeichnete Autor las erst kürzlich bei den “Österreichischen Literaturtagen“ in Hamburg.

Die jüngste des Trios ist die 1975 in Bad Ischl geborene Andrea Grill, die zu den vier für den Bachmann-Preis nominierten Frauen zählt. Trotz ihres jungen Alters ist sie von den Österreichern wohl die kosmopolitischste: Derzeit lebt sie in Bologna, promoviert hat sie an der Universität Amsterdam über die Evolution der Schmetterlinge Sardiniens. In ihrer Biografie finden sich Aufenthalten in Tirana, Cagliari und Neuchítel, zudem ist sie Übersetzerin aus dem Albanischen. Von ihr erschienen bisher „Der gelbe Onkel“ und „Zweischritt“ im Otto Müller Verlag.

Ganz große Namen fehlen heuer, mit der deutschen Autorin Silke Scheuermann hat Ursula März jedoch eine Autorin vorgeschlagen, um die sich deutschsprachige Veranstalter in den letzten Monaten beinahe „geprügelt“ haben. Auf kaum einem Literaturfestival fehlt die 1973 in Karlsruhe geborene Lyrikerin, die im Jahr 2001 den renommierten „Leonce und Lena-Preis“, ihr Anfang des Jahres erschienener Debüt-Roman „Die Stunde zwischen Hund und Wolf“ (Schöffling & Co) wurde von der Kritik gepriesen.

Einen ganz besonderen Auftritt dürfte PeterLicht (sic!) heuer in Klagenfurt haben. Der Musiker, der mit seiner CD „Stratosphärenlieder“ im Jahr 2003 seinen Durchbruch erlebte („Safarinachmittag“), will nicht gefilmt werden, bis heute gibt es keine offiziellen Fotos des Künstlers.

Die Teilnehmer in alphabetischer Reihenfolge:

Jörg Albrecht, geb. 1981 in Bonn, lebt in Berlin (D) Martin Becker, geb. 1982 im Sauerland, lebt in Berlin (D) Christian Bernhardt, geb. 1964 in Köln, lebt in Berlin (D) Jan Böttcher, geb. 1973 in Lüneburg, lebt in Berlin (D) Andrea Grill, geb. 1975 in Bad Ischl, lebt in Bologna (A) Björn Kern, geb. 1978 in Lörrach, lebt in Südbaden und Berlin (D) PeterLicht, geb. „im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts in Deutschland“ Jagoda Marinic, geb. 1977 in Waiblingen, lebt in Heidelberg (D) Milena Oda, geb. 1975 in Jicin (CZ), lebt in Berlin (D) Kurt Oesterle, geb. 1955 in Oberrot, lebt in Tübingen (D) Ronald Reng, geb. 1970 in Frankfurt am Main, lebt in Barcelona (D) Silke Scheuermann, geb. 1973 in Karlsruhe, lebt in Frankfurt am Main (D) Fridolin Schley, geb. 1967 in Münschen, wo er auch lebt (D) Jochen Schmidt, geb. 1970 in Berlin, wo er auch lebt (D) Lutz Seiler, geb. 1963 in Gera, lebt in Wilhelmshorst bei Berlin (D) Thomas Stangl, geb. 1964 in Wien wo er auch lebt (A) Michael Stavaric, geb. 1972 in Brno, lebt in Wien (A) Dieter Zwicky, geb. 1957 in Mollis, lebt in Uster und Frauenfeld (CH).

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