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Aufklärung über weiteren Verlauf des Schuljahres gefordert

Der Wiener Bildungsdirektor fordert von der Regierung eine zeitliche Perspektive.
Der Wiener Bildungsdirektor fordert von der Regierung eine zeitliche Perspektive. ©APA/HANS PUNZ
Derzeit ist noch nicht klar, wann der normale Schulbetrieb wieder aufgenommen werden kann, was vom Wiener Bildungsdirektor kritisiert wird.
Forderung nach mehr Planbarkeit

Der Wiener Bildungsdirektor Heinrich Himmer fordert ebenso wie Elternvertreterinnen eine klare Perspektive, wie lange die Schulen wegen der Coronakrise geschlossen bleiben.

Zeitliche Perspektive für Eltern und Schulen erwünscht

"Man muss eine zeitliche Perspektive definieren, um den Eltern und auch den Schulen eine gewisse Planungssicherheit zu geben", sagte Himmer am Dienstag im Ö1-"Morgenjournal".

Es brauche "Klarheit, wie das Schuljahr in diesen kommenden Wochen und Monaten aussehen soll", ergänzte Himmer. Dieses "In-den-Tag-Hineinarbeiten" sei für Familien sehr stressig und auch angesichts der nötigen Ausstattung etwa mit Laptops eine große Herausforderung.

Keine "Schule der zwei Geschwindigkeiten"

Himmer erklärte, dass in der Überbrückungszeit in den Schulen die Kinder nicht nur betreut werden, sondern auch Unterrichtsstoff vertieft und wiederholt würde. Sollte diese Phase länger dauern, "muss man sich Gedanken machen", was im Bildungsministerium auch geschehe.

"Es darf nicht eine Schule der zwei Geschwindigkeiten werden", betonte Himmer. "Es darf nicht sein, dass die, die in der Schule sind, mehr bekommen, besser dran sind als die, die zuhause sind." Denn dann würde im Herbst eine Situation entstehen, wo Schüler ganz unterschiedliche Chancen und Voraussetzungen haben.

Unterricht an Schulen mit Schutzmasken denkbar

Elternvertreterinnen verweisen darauf, dass künftig mehr Kinder in den Schulen betreut werden müssten, wenn die Geschäfte vor den Schulen geöffnet werden, wie Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Montag bekanntgab.

Evelyn Kometter, Vorsitzende des Dachverbands der Elternvereine an Pflichtschulen, sagte: "Wir vermuten natürlich, dass dann auch mehr Schüler in den Schulen betreut werden müssen, wenn die Eltern wieder ihren täglichen Ablauf haben an ihren Arbeitsplätzen."

Die Vorsitzende des Bundesverbandes der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen (BEV), Elisabeth Rosenberger, kann sich Unterricht in den Schularbeitsfächern und mit Mundschutz vorstellen. "Wenn man in Geschäften einkaufen darf mit dieser Mundschutzmaske, warum soll dann nicht auch Unterricht stattfinden, also nicht für die ganze Schule, aber für einzelne Klassen?", fragte Rosenberger. Möglich wäre dies laut ihr auch in Maturaklassen, die sogar kleiner als normale Schulklassen seien. "

ÖGB und AK wollen Ausweitung der Sonderbetreuungszeit

Die derzeitige Regelung der Sonderbetreuungszeit für betreuungspflichtige Kinder ist laut Gewerkschaft und Arbeiterkammer unzureichend. Es brauche "dringend" eine Verlängerung bis zur Wiederaufnahme des Regelbetriebs an Schulen und Kindergärten, einen Rechtsanspruch für Arbeitnehmer und eine Kostenübernahme durch den Bund, verlangten ÖGB und AK in einer Aussendung am Dienstag.

Laut derzeitiger Regelung haben zwar Arbeitgeber Anspruch auf Vergütung eines Drittels des in der Sonderbetreuungszeit an die Arbeitnehmer gezahlten Entgelts durch den Bund. Einen Rechtsanspruch des Arbeitnehmers, die Sonderbetreuungszeit in Anspruch zu nehmen, gibt es bis dato aber nicht.

"Der Großteil der Eltern, in erster Linie Frauen, müssen aktuell einerseits weiter ihrer Arbeit nachgehen und gleichzeitig zuhause Kinder betreuen und Bildungsarbeit leisten", argumentierte ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende Korinna Schumann. Die Mehrfachbelastung von Haushalt, Kinderbetreuung und Arbeit auf oft engstem Raum unter einen Hut zu bekommen, führe zu Überforderung, Stress und schwierigen Belastungssituationen. Die Krise dürfe nicht auf dem Rücken der Frauen ausgetragen werden.

Laut AK-Präsidentin Renate Anderl fragen sich viele Eltern, was sie nach den drei Wochen nach Ablauf der Sonderbetreuungszeit machen sollen. Die Bundesregierung müsse den Menschen jetzt Sicherheit geben und die Sonderbetreuungszeit ausweiten, mit einem Rechtsanspruch versehen und die Kosten übernehmen, so Anderl.

FPÖ für Aussetzung der Zentralmatura

Die FPÖ verlangt in Sachen Matura mehr Autonomie für die Schulen. "Die Schulen wissen meist ganz genau, wie sie mit der Situation vor Ort am besten umgehen", so Unterrichtssprecher Hermann Brückl in einer Aussendung.

Die Zentralmatura soll daher ausgesetzt und den Schulen die Möglichkeit gegeben werden, die Reifeprüfungen nach ihren Bedürfnissen selbst zu handhaben - sowohl zeitlich als auch beim Prüfungsstoff. "Unumgänglich ist es jedoch, endlich eine Entscheidung zu fällen und für Gewissheit zu sorgen."

(APA/Red)

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