Atomgespräche in Wien: Khamenei und Rafsanjani geben grünes Licht für Deal

Atomstreit -Khamenei und Rafsanjani geben grünes Licht für Atom-Deal
Atomstreit -Khamenei und Rafsanjani geben grünes Licht für Atom-Deal ©AP
Der Wunsch nach einem Atom-Deal scheint in Erfüllung zu gehen: Die beiden mächtigsten Männer im Iran, der Oberste Geistliche Führer Ayatollah Seyed Ali Khamenei und der Chef des Schlichtungsrates, Ayatollah Ali Akbar Hashemi-Rafsanjani, haben grünes Licht für einen Deal mit dem Westen gegeben.
Entscheidende Runde in Wien
Wunsch nach einem Deal

Der Iran sei bereit, den Konflikt beizulegen, wenn die andere Seite auch entsprechende Schritte setze, so der Tenor der beiden laut iranischen Medien. “Wir haben nichts zu verstecken und Ayatollah Khamenei hat mehrmals unterstrichen, dass Atomwaffen eine Sünde seien und wir daher keine anstreben. Dementsprechend sind wir auch bereit, die westlichen Bedenken zu widerlegen, wenn auch die andere Seite auf uns zugeht”, erklärte Rafsanjani.

Grünes Licht für Atom-Deal

Khamenei wiederum unterstrich, dass das Nuklearteam rund um Außenminister Mohammad Javad Zarif seine volle Unterstützung habe und er ihm vertraue, dass er die Rechte der iranischen Nation nicht vergesse. Ferner habe er nichts gegen einen Deal, wenn er im Rahmen der “Roten Linien” sei, so Khamenei. Eine dieser roten Linien sei die friedliche Nutzung der Nukleartechnologie bzw. Forschung.

Experten vermuten, dass die Rückendeckung der beiden mächtigsten Männer des Iran kurz vor der heikelsten Phase des Konflikts vor allem deswegen erfolgte, um die schmerzhaften westlichen Wirtschaftssanktionen schneller loszuwerden. Denn die Hardliner im Gottesstaat sind nach wie vor sehr skeptisch und warnen davor, sich vom Westen etwas “aufzwingen zu lassen”.

Atomgespräche in Wien

Zarif, der bereits vor zwei Tagen ein Youtube-Video mit dem Titel “Irans Message – Wir können Geschichte schreiben” veröffentlichte, appellierte an den Westen, die Chance für eine friedliche Lösung nicht zu verpassen. Sein Land wolle einen Deal bis 20. Juli. Die andere Seite müsse hierfür aber einen politischen Willen zeigen. Zuvor war er mit Khamenei und Rafsanjani zusammengetroffen und hatte sich Rückendeckung für seine Konsenspläne im Konflikt rund um die iranische Urananreicherung geholt.

Die sechste Runde der Atomgespräche zwischen dem Westen und dem Iran hat am Mittwoch begonnen und dauert bis zum 20. Juli. Es geht darum, dass der Iran dem Westen Garantien gibt, dass sein Nuklearprogramm ausschließlich friedlich ist. Im Gegenzug will der Westen die Strafmaßnahmen gegen den Golfstaat schrittweise suspendieren.

(APA)

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