Atemgasanalyse-Forschungsstelle in Dornbirn zum Institut aufgewertet

Bregenz – Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) hat ihre seit 2008 in Dornbirn bestehende Forschungsstelle für Atemgasanalytik zum Institut aufgewertet. Die Einrichtung will sich zu einem weltweit führenden Forschungszentrum für diese noch junge Diagnosemöglichkeit entwickeln.
Unterlagen zum Pressefoyer

Bis 2015 stellt die ÖAW jährlich 200.000 Euro zur Verfügung, das Land steuert 100.000 Euro bei, erklärten Landeshauptmann Herbert Sausgruber (V), Wissenschafts-Landesrätin Andrea Kaufmann (V) und Institutsleiter Anton Amann am Dienstag.

Im Zentrum der Tätigkeit des Instituts steht die Entwicklung der Atemgasanalytik für die medizinische Diagnostik. Dabei wird der Atem des Patienten untersucht, die darin enthaltenen Substanzen lassen Rückschlüsse auf Krankheiten zu. So ist etwa die Atemluft eines gesunden Menschen anders zusammengesetzt als jene eines Lungenkrebs-Patienten. “Wir sind hier aber noch weit von einem klinischen Test entfernt”, betonte Amann, der damit erst in einigen Jahren rechnete. In einigen Fällen gebe es bereits Anwendungen, etwa zur Feststellung des Magenkrebs verursachenden Bakteriums Helicobacter pylori.

Zukünftig könnte die Atemgasanalyse Diagnoseeingriffe wie Biopsien ersetzen. “Die Methode ist ja nicht invasiv und für die Patienten daher sehr angenehm”, erklärte Amann. Die Methode stehe aber noch ganz am Beginn, weil die dafür nötigen technischen Geräte bis vor einigen Jahren noch gar nicht zur Verfügung standen, zu groß waren oder zu wenig sensibel, so Amann. Die Entwicklung verlaufe jedoch rasant.

Weltweit arbeiten 30 bis 40 Forschungsstellen in dem Bereich, die in Vorarlberg ansässige Einrichtung ist laut Amann die einzige mit Institutsstatus. Man verstehe sich daher als “Radnabe” und fungiere als Plattform. So wird jährlich eine Konferenz organisiert und eine Fachzeitschrift herausgegeben. Anwendungsgebiete sah Amann neben der Diagnose von Lungenkarzinomen auch bei Leber- und Nierenerkrankungen sowie Asthma und oxidativem Stress, der etwa mit dem Entstehen von neurodegenerativen Erkrankungen in Zusammenhang stehen soll.

Landeshauptmann Sausgruber freute sich, dass die ÖAW nach Zusicherung des Landes, ebenfalls einen Beitrag zu leisten, “beachtliche Mittel” zur Verfügung stellte konnte. Die Einrichtung sei nun auf eine neue Grundlage gestellt. Landesrätin Kaufmann sprach von einem “wichtigen Mosaikstein” in der Wissenschaftslandschaft Vorarlbergs. Die Aufwertung zum Institut entlaste die Einrichtung vor allem beim Auftreiben von Drittmitteln, erklärte Amann, der versprach, ein “hervorragendes Institut” aufzubauen.

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