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Asylwerber in der Votivkirche: FPÖ sorgt mit Inserat für Wirbel

Dieses FPÖ-Inserat in der Tageszeitung "Heute" erregte die Gemüter
Dieses FPÖ-Inserat in der Tageszeitung "Heute" erregte die Gemüter ©VIENNA.AT
Am Montag erschien in der Wiener Gratis-Tageszeitung "Heute" ein Inserat der FPÖ, das für einige Empörung sorgte. Darin finden sich massive Seitenhiebe auf jene Asylwerber, die derzeit in der Votivkirche Quartier bezogen haben. "Schubhaft, zwangsernähren und abschieben!" forderten darin FPÖ-Chef Heinz Christian Strache und Bundesparteiobmann-Stellvertreter Johann Gudenus.
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Diese klaren Worte gegen jene Asylwerber, die in der Wiener Votivkirche ihr Camp aufgeschlagen haben und sich teils seit Weihnachten im Hungerstreit befinden, weil sie für menschenwürdigere Asylbedingungen, beschleunigte Asylverfahren und die Möglichkeit, in Österreich rascher arbeiten zu dürfen, demonstrieren wollen, erregten bei der Caritas naturgemäß großen Unmut.

Caritas-Stellungnahme gegen FPÖ

Die Unterstützer der Asylcamper posteten das Sujet auf ihrer Facebook-Seite und kommentierten: “Wir sind fassungslos und wirklich schockiert angesichts dieses Inserates einer österreichischen Parlamentspartei in einer heutigen Tageszeitung.” Gegen die Headline des FPÖ-Inserats “Asylbetrug ist Unrecht! Alle Unterstützer sind Beitragstäter!” wehrten sie sich mit einer Klarstellung zu ihren Anliegen und Aktivitäten.

“Ja, wir unterstützen Menschen in Not. Ja, wir helfen unabhängig von religiöser oder sozialer Herkunft oder welchen Pass jemand besitzt. Ja, wir betreuen verzweifelte Menschen in der Votivkirche, die dort Schutz gesucht haben. Wir sind ‘Beitragstäter’. Und du?” Nach diesem “Bekenntnis” forderte die Caritas die Facebook-Community dazu auf, sich ebenfalls auf Seiten der Asylwerber zu stellen. “Zeige Solidarität und teile dieses Foto und poste auch du ‘Ich bin Beitragstäter'”.

Shitstorm auf Facebook

Binnen kurzer Zeit gab es für das Statement der Caritas 1.465 Likes, in den Kommentaren brach ein wahrer Shitstorm gegen die provokanten Worte der FPÖ aus. Eine Userin postete: “Schubhaft, zwangsernähren und abschieben. Die FPÖ macht sich die Welt, wie sie ihr gefällt. Vom einhalten universellen Menschenrechten oder den österreichischen Gesetzen scheint sie nicht so viel zu halten.”, eine andere “die beiden begeben sich absichtlich auf das Niveau ihrer Wähler, sie wissen, dass sie viele mit ihrer erbärmlichen Logik ansprechen können – Menschen, die ihre Befriedigung in Menschenverachtung, Hass und Volkstümelei finden (…). Wie traurig muss ein Leben sein, dem es an einem Mindestgrad an “Menschlichkeit” fehlt!”

Ein User stellte die rhetorische Frage in den Raum “wo ist bitte da noch der unterschied zu der nsdap?”, eine Andere kommentierte: “ich denke immer (noch), es geht nicht schlimmer. und dann geht es doch”.

Geht es nur um Aufmerksamkeit?

Andere schienen klar die Meinung der FPÖ zu teilen und gaben Statements ab wie: “Es geht nicht um Menschenverachtung sondern darum dass ich dankbar bin in einem Land wie Österreich geboren zu sein und mir die Sicherheit und die Lebensqualität die ich habe auch noch für meine Kinder wünsche. Mit der jetzigen ungebremsten Ausländerflut und der Aufnahme von Asylwerbern ist das leider für die Zukunft nicht mehr gewährleistet. Umgekehrt würde uns keines dieser Flüchtlingsländer mit offenen Armen aufnehmen. So ist die Realität, die nunmal nichts mit der schönen Vorstellung von grenzenloser Menschenliebe zu tun hat…”

Eine andere Facebook-Userin ahndete hinter dem Inserat ein bloßes Ringen der FPÖ um Aufmerksamkeit. Sie schrieb: “Und schwups is die FPÖ wieder in aller Munde. Ich kann mir nicht vorstellen dass man aus einem anderen Grund öffentlich solch unmenschlichen Bullshit kund tun muss.”

Das Anliegen der Asylweber

“Wir riskieren hier unser Leben, um die Chance auf ein besseres Leben zu erhalten”, äußerte einer der Flüchtlinge in der Wiener Votivkirche am 3. Jänner, als auch eine Solidaritätsdemonstration für die Flüchtlinge stattfand. Sie waren am 24. November aus Traiskirchen nach Wien gekommen und harren seitdem noch immer in der Votivkirche aus, teils bei Minusgraden.

Rund 100 Flüchtlinge haben in dem Gotteshaus Quartier bezogen, etwa 35 befinden sich seit Weihnachten im Hungerstreik, mehrer von ihnen landeten im Spital. Mehrfach kritisierten die Asylcamper die “zynische und grausame Haltung der Politik” gegenüber ihrem Protest, wie sie sich unter anderem auch in dem FPÖ-Inserat wiederfindet.

FPÖ-Pressesprecher Karl Heinz Grünsteidl war am Dienstagnachmittag zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.
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