ARLT: Die Vorstadt i“ss“t wunderbar

Da lebt das Beisl begleitet vom Bratenduft der Unendlichkeit, notierte max von merlot

Kurz möchte ich Ihnen den Begriff Beisl in schriftlicher Form näher bringen: Er stamm aus  dem Jiddischen und entsprang aus dem Wort bajiss, was übersetzt „Haus” heißt. Diese kleinen, recht rustikalen Labstätten tauchten im 18.Jh. auf und servierten einheimische Spezialitäten der ganz feinen Art.
Typisch für diese Adressen: Ausschank meistens sehr prominent, Holzverkleidung der Wände, schwarze Kreidetafel zur Ankündigung der Gustohappen, sowie anderen Geschichten. Das fast schon in Vergessenheit geratene Stammtischzeichen über den Trinkerköpfen oder mitten am Tisch in Form eines übermächtigen Aschenbechers!
Ja, das gibt’s noch – oder wieder – in Vorstadt -Bestform. Tatort: Kainzgasse 17, Weinhaus Arlt, Schmankerlverdächtiger: Thomas Zalud mit Verbündeten. Seit 1898 geöffnet, also seit 29930 Tagen gibt’s dieses Beisl unter dem Namen Weinhaus Arlt und jetzt regiert ein echter Wirt, einer aus diesem Hieb, einer der Gäste liebt und den Schmankerl der Wienerküche verfallen ist.

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Gott sei Dank, denn dieser Teil der Vorstadt hat lange genug warten müssen. Der Patrone ist kein Unbekannter in der Szene, werkelte auf einigen Plätzen unserer Stadt und erfüllte sich den Wunsch gleich neben seinem Lebensmittelpunkt das Beisl auf- und zusperren zu dürfen.
Pure Lebensqualität mitten in Hernals. Diese Zufriedenheit merkt man in allen Ecken des Beisls. Nur ausgewählte Produkte werden über Schank und Tisch verkauft, ja fast schon gepredigt, Respekt vor diesem Flair überkam mich, und ich bestellte ein kleines, fein gezapftes Piestinger und vorweg das Gulasch in der kleinen Ausführung (unglaublich perfekt) zu € 5,80. Richtig dunkel wurde die Suppe vom Rindvieh (Altwiener Rindsuppe) serviert, Geschmacklich einwandfrei mit richtigem Tiefgang zum Tellerpreis von € 3,20.
Da Sonntag gab es einen Braten, der das ganze Beisl mit einem herrlichen, genussanregenden Schleier umarmte. Punkt 12.00 Uhr kam er dann in aller Größe auf die Tische und dieses Gefühl muss ich ihnen ja nicht beschreiben. Ja, ja, das Vorstadtbeisl lebt, dank des umtriebigen Wirten Thomas.
Auszug aus der bodenständigen Arltküche: Kohlrabisuppe der cremigen Herkunft mit einem Räucherfischerl, Beef Tartar vom alpinen Ochsen (großartig zu € 9,80). Speiseklassiker: herzhafte Grammeln und drei Eier ein Gedicht zu € 5,80; sowie Krautfleckerl mit einem Grünen zu gutbürgerlichen € 6,80, zum selbigen auch die gerösteten Knödel in Kombination von Blattsalat. Über die süße Verführung im Nachtischbereich möchte ich nichts mehr schreiben, denn dies wäre mit einer weiteren Kaloriensünde verbunden. Unbedingt an dieser sündigen Stelle einen „Alt Wien” Mocca ordern, vom Feinsten!
 

Fazit: Es lebt das Beisl, denn dieser Wirt passt genau dorthin. Preis und Qualität mehr als „brav” und die Auswahl an flüssigen Genussfolgen lässt überhaupt keine Falten auf der Stirn aufkommen. Großartig, dieses Weinhaus. Schön, dass es euch gibt, meint max von merlot und reserviert gleich wieder seinen Lieblingsplatz und träumt seine Beislgeschichte zu Ende: Ja, es lebt!

Weinhaus Arlt
Kainzgasse 17
Wien 1170
Tel 01 4860293
Mi-Sa 10-23 u. So und Fei 10-16

Autor & Bilder: Max von Merlot

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