Argentinien droht die Hyperinflation

Ein drastischer Kursverfall des Peso zieht Argentiniens Volkswirtschaft immer tiefer in die Krise. Nach Rezession und Verschuldung droht dem Land jetzt die Hyperinflation.

Trotz einer Einschränkung des Devisenhandels verlor der Peso zum Wochenbeginn 20 Prozent seines Wertes im Verhältnis zum Dollar. Nach Rezession, Arbeitslosigkeit und Verschuldung droht Argentinien jetzt auch die Hyperinflation.

Für einen Dollar mussten am Montagabend 3,90 Pesos gezahlt werden. Am Freitag waren es noch 3,10 Pesos. Seit der Freigabe der zuvor im Verhältnis von eins zu eins an den Dollar gekoppelten Währung im Januar hat der Peso mehr als 65 Prozent an Wert verloren. Die Regierung von Präsident Eduardo Duhalde versuchte vergeblich gegenzusteuern, indem die Handelszeiten der Banken eingeschränkt und einigen Wechselstuben feste Kurse vorgeschrieben wurden.

Vor den Banken in Buenos Aires kam es zu einem Ansturm von Kunden, die ihre Pesos in Dollars umtauschen wollten. „Ich zahle jeden Preis“, rief die 43-jährige Estela Solari, die mit zahllosen anderen Kunden vor einer Bank in Buenos Aires wartete. „Dollars zu kaufen, ist die einzige Möglichkeit, wie ich mein Geld retten kann.“ Der Politikwissenschaftler Serge Berensztein warnte, dass die Währungsprobleme und der damit verbundene Preisanstieg Argentinien an den Rand einer noch tieferen Krise bringen könnte. „Wenn dies andauert, könnte sich Argentinien zum dritten Mal in seiner Geschichte einer Hyperinflation ausgesetzt sehen“, sagte Berensztein.

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