Areal der Semmelweis-Klinik: Luxus-Wohnungen befürchtet

In Nachhbarschaft der denkmalgeschützten Klinikgebäude sollen auf dem Semmelweis-Areal Luxuswohnungen entstehen.
In Nachhbarschaft der denkmalgeschützten Klinikgebäude sollen auf dem Semmelweis-Areal Luxuswohnungen entstehen. ©Wikimedia Commons/ Peter Gugerell
Nicht nur die geplante Musikschule auf dem Areal der Semmelweis-Klinik sorgt für Aufregung, sondern auch die dort geplanten Luxus-Wohnungen. Vor allem der kolportierte Verkaufspreis des Grundstückes sorgt für Unverständnis. Dieser liegt mit 575 Euro pro Quadratmeter deutlich unter dem marktüblichen Preis in Währing.
Streit um Nutzung des Areals
Klinik wird zu Musikgymnasium

Um 575 Euro pro Quadratmeter Baufläche und 579 Euro pro Quadratmeter Parkfläche wird das Areal der Semmelweis-Klinik angeboten. Der marktübliche Preis für Baugrundstücke in Währing liegt jedoch laut Immobilienpreisspiegel bei etwa 900 Euro pro Quadratmeter. Drei Wohnblöcke und ein privater Kindergarten stehen in Planung.

Bezirksvorsteher Karl Homole kritisierte im Zusammenhang mit der künftigen Verwendung des Areals häufiger , dass er sich “übergangen” fühle und in Pläne der Stadt nicht eingeweiht wäre. Das Grundstück befindet sich nämlich nicht in Besitz des Bezirks, sondern gehört zu Teilen der Stadt, dem Krankenanstaltsverbund und anderen Magistratsabteilungen.

Flächenumwidmung besteht seit 2006

Die Pläne für das Grundstück in Währing sind aber keineswegs neu, sondern bereits 2006 wurde ein neuer Flächenwidmungsplan beschlossen. Schon damals hatten Anrainer Einspruch gegen eine mögliche Verbauung des Areals bei der Hockegasse eingelegt. Trotzdem wurde diese im Plan – auch mit Zustimmung der ÖVP – festgehalten. 2011 beantragten die Grünen Währing eine Änderung im Flächenwidmungsplan: Sie wollten einen Teil der Wohnbaufläche zu Grünland erklären lassen. Auch diesen Antrag lehnte die ÖVP. Zur gleichen Zeit wurde auch ein Bürgerbeteiligungsverfahren gefordert, aber nicht umgesetzt.

“Wenn sich nun Bezirksvorsteher Homole als Retter des Grundstücks präsentieren will, indem er einen Einspruch gegen den Bau von Luxuswohnungen dort einlegt, ist das mehr als peinlich. Es zeigt deutlich, dass die ÖVP alles, was sie vor dem Jahr 2012 gemacht hat, gerne vergessen würde.”, heißt es in diesem Zusammenhang von den Grünen.

Diskussion um Semmelweis-Areal geht weiter

 Bei der kommenden Gemeinderatssitzung am 27. Juni soll über die Zukunft des Areals geprochen werden, es wird erwartet, dass sich an diesem Termin auch Bezirksvorsteher Homole zu den Plänen äußern wird. Und auch wenn das Bauvorhaben durchgesetzt wird, sind noch andere Punkte offen: Unklar ist, welche öffentlichen Durchgänge bestehen bleiben und ob die Parkanlage in ihrer derzeitigen Form erhalten werden kann. Wie die FPÖ in einer Aussendung am Freitag verkündete, sei in der Parkanlage nämlich auch die Fällung von gut einem Fünftel der Bäume geplant.
(SVA)

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