Arbeitslosigkeit: Risiko für Pflichtschulabsolventen erhöhte sich

Das Arbeitslosigkeits-Risiko für Pflichtschulabsolventen ist deutlich nach oben gegangen.
Das Arbeitslosigkeits-Risiko für Pflichtschulabsolventen ist deutlich nach oben gegangen. ©APA/ROBERT JAEGER (Symbolbild)
Das Arbeitslosigkeits-Risiko 18 Monate nach dem dem Bildungsabschluss hat sich bei Pflichtschulabsolventen stark erhöht, wie eine AMS-Studie zeigt.
254.755 Ende April auf Jobsuche

Unter jenen die 2008/09 die Pflichtschule abgeschlossen haben, waren eineinhalb Jahre später 48,7 Prozent arbeitslos gemeldet. Beim 2017/18er-Jahrgang traf dies auf 64,3 Prozent der Absolventen zu. Bei allen anderen Schulabschlüssen hat sich die Lage hingegen gebessert.

Arbeitslosigkeit nach Lehrabschluss

Mit einer Lehre hat sich das Risiko 18 Monate nach Lehrabschluss ohne Arbeit zu sein im beobachteten Zeitraum von 11,2 auf 9,7 Prozent reduziert. Wer 2017/18 seinen Hochschulabschluss machte, war nur in 3,0 Prozent der Fälle arbeitslos, nach 3,8 Prozent zehn Jahre davor. Die unterschiedlichen Chancen am Arbeitsmarkt machen sich auch bei der Dauer der Jobsuche bemerkbar. Nach dem Pflichtschulabschluss 2017/18 mussten Absolventen im Schnitt 4,3 Monate nach ihrem ersten Job suchen. Mit akademischem Anschluss waren es nur 1,7 Monate. Mit Lehrabschluss wartete man durchschnittlich nur 1,3 Monate.

Unis und FHs: Mehr Absolventen

Gleichzeitig lasse sich ein klarer Trend hin zu höhere Bildung beobachten, heißt es in der AMS-Studie. Die Zahl jener, die eine höhere berufsbildende Schule abgeschlossen haben, ist in den zehn Jahren um 4,5 Prozent gestiegen. An den Universitäten und Fachhochschulen ist die Absolventenzahl um 26,8 und 63 Prozent gestiegen. Einen deutlichen Rückgang gab es hingegen bei der Lehre (-8,2 %). Kaufmännische und wirtschaftsberufliche höhere Schulen verloren 9 Prozent ihrer Abgänger. Insgesamt wurden 2007/08 und 2017/18 jeweils rund 271.100 Absolventen gezählt.

Mehr Hochschulabbrecher

Der Trend hin zu höheren Bildungsabschlüssen lässt sich auch in der langen Frist beobachten. 1971 hatten 43,4 Prozent der Männer und 70,4 Prozent der Frauen im Alter von 25 bis 64 Jahren maximal einen Pflichtschulabschluss. 2019 waren es nur noch 15,2, beziehungsweise 20 Prozent. Mit der höheren Zahl an Hochschülerinnen und - schülern ist aber auch die Zahl der Hochschulabbrecher gestiegen - die Zahl der Abbrecher hat sich im Beobachtungszeitraum verdoppelt. Bei den Schülerinnen und Schüler gab es hingegen keine Veränderung.

Einkommen von FH-Absolventen

Finanziell betrachtet lohnt sich dabei der Besuch einer Fachhochschule (FH) am ehesten - zumindest im statistischen Schnitt. FH-Absolventen aus dem Jahrgang 2017/18 verdienten 18 Monate nach dem Abschluss eines Bachelorstudiums im Median (inflationsbereinigte) 3.000 Euro monatlich, mit Masterabschluss waren es 3.400 Euro. Mit einem Universitätsdiplom lag das Medianeinkommen bei 2.800 Euro (Bachelor), beziehungsweise 3.100 Euro (Master) und 3.900 Euro nach einem Doktorat.

Die AMS-Studie baut auf dem Erwerbskarrierenmonitoring (BibEr) auf. In der Datenbank, die vor zehn Jahren eingeführt wurde, werden Erwerbskarrieren und die Einkommensentwicklung aller in Österreich wohnhaften Personen nach Beendigung einer formalen Ausbildung an einer österreichischen Bildungseinrichtung abgebildet. Dabei werden Daten der Arbeitsmarktes und des Bildungssystems anonymisiert verschnitten, wie das AMS schreibt.

(APA/Red)

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