Arbeitslosigkeit: 347 Österreicher 2013 "gänzlich arbeitsunwillig"

347 Personen fielen im Vorjahr beim AMS in Ungnade
347 Personen fielen im Vorjahr beim AMS in Ungnade ©APA (Sujet)
Wie das AMS mitteilte, haben 347 Österreicher im Vorjahr "gänzliche Arbeitsunwilligkeit" gezeigt und bekamen ihr Arbeitslosengeld komplett aberkannt. Wegen "Missbrauchs" bekamen 15.816 Arbeitslose eine vorübergehende Sperre des Arbeitslosengeldes.
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Mit den 347 Österreicher, die als “gänzlich arbeitsunwillig” eingestuft wurden, stieg die Zahl um 67,6 Prozent gegenüber 2012.

Arbeitsverweigerung hatte Konsequenzen

Die vorübergehende Sperre des Arbeitslosengeldes erfolgte wegen “Verweigerung oder Vereitelung einer Arbeitsaufnahme oder Schulungsmaßnahme”, teilte das AMS am Mittwoch mit.

Insgesamt waren 886.000 Personen zumindest einen Tag arbeitslos (2012: 850.000). Alles in allem gab es 105.300 sogenannte Arbeitslosengeld-Sperren (2012: 98.900).

Arbeitslosengeld-Sperren in Zahlen

Die 105.300 Sperren zählen etwa jene Fälle mit, bei denen das Arbeitslosengeld erst nach einer bestimmten Frist ausgezahlt wurde, oder nach Wiedererscheinen eines Arbeitslosen beim AMS wieder ausbezahlt wurde.

Mit 56.054 (plus 1.177 zu 2012) wurden mehr als die Hälfte aller Sperren wegen Versäumnis eines Kontrolltermins verhängt. 33.078 Mal (plus 5.628) gab es Sanktionen bei Selbstkündigung, bei der es in den ersten vier Wochen kein Arbeitslosengeld gibt.

“Aktive Arbeitslose” sehen in Bezugssperren “Willkür”

Nur drei Prozent der Bezugssperren beim Arbeitslosengeld werden von Betroffenen beeinsprucht, hieß es Mittwoch von der Nicht-Regierungsorganisation Aktive Arbeitslose. Vor allem hätten Arbeitslose “Angst vorm AMS”, weil ihnen der Entzug des Geldes angedroht würde. Kritik übte Obmann Martin Mair auch an der Qualität mancher AMS-Kurse.

Die meisten Menschen ohne Arbeit würden auch nicht wissen, “dass sie eine reduzierte Mindestsicherung beziehen können”, wenn das Arbeitslosengeld gesperrt werde – weil sie darüber nicht aufgeklärt würden, so Mair.

Unterschiedliche Handhabe von Bezugssperren

Bei den Bezugssperren gebe es noch dazu “massive Willkür”, meinen die Aktiven Arbeitslosen. Wegen “Verweigerung oder Vereitelung einer Arbeitsaufnahme oder Schulungsmaßnahme” habe es etwa in Kärnten nur 18 Sperren gegeben, während es in Vorarlberg im vergangenen Jahr 81 gewesen seien.

Auch die Freiheitlichen Arbeitnehmer (FA) meinten am Mittwoch in einer Ausendung, dass man bei den knapp 16.000 Sperren wegen Verweigerung oder Vereitelung nicht ausschließen könne, “dass viele der betroffenen Arbeitslosen die Schulungsmaßnahmen des AMS als auch die Vermittlungsangebote hinterfragen und als sinnlos oder Lohndumping ablehnen”, so FA-Chef Bernhard Rösch. Der Wiener Landtagsabgeordnete meinte zudem, dass Schulungsteilnehmer Kurse ohne Sanktionen beim Arbeitslosegeld ablehnen dürfen sollten.

(apa/red)

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