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Anti Radfahrer: Neue Facebook-Seite hetzt gegen Radler in Wien

Fahrradfahrer in Wien werden von einer neuen Facebook-Gruppe beobachtet.
Fahrradfahrer in Wien werden von einer neuen Facebook-Gruppe beobachtet. ©APA
Fahrradfahrer auf dem Gehsteig, Radfahrer, die bei Rot über die Ampel fahren, Radfahrer, die unter der Fahrt mit dem Handy telefonieren: Eine neue Facebook-Seite in Wien sammelt Fotos von Verkehrssündern auf zwei Rädern. Der Ton bei den Postings ist alles andere als neutral, das Motto der Seite lautet dem Profilbild entsprechend: "Kampf den Kampfradlern".
Fahrradfahrer sein in Wien

“Das ist eine Seite für alle, dennen die Radfahrer in der Stadt am Nerv gehen die rücksichtslos am Gehsteig, bei Rot, in der Fußgänger Zone,…. Fahren. Hier können und sollen Fotos von diesen Idioten gepostet werden”, hat der anonyme Administrator der Facebook-Seite zum Start seines Projekts am 3. Juni 2014 geschrieben.

Nahezu täglich gibt es Updates: Fotos von mutmaßlichen Verkehrssündern, Links zu Artikeln, die zeigen, wie für Radfahrer “Steuergeld verschwendet wird” oder über Unfälle berichten. Bislang hat die Seite, auch wenn sie sich einem Thema annimmt, das in Wien sehr viele Menschen seit sehr langer Zeit beschäftigt, erst 106 Likes (Stand 10. Juli 2014, 12.30 Uhr).

Bilder von Verkehrssündern werden gepostet

“Ich würde gerne jeden Radfahrer der mir über die Zehen fährt mit den Baseball Schläger vom Fahrrad schlagen – nur leider darf man das nicht. Deshalb habe ich stattdessen diese Seite gemacht”, hießt es zunächst auf der Anti Radfahrer-Seite, dieses Posting wurde allerdings wieder gelöscht.

Nicht nur das Verhalten von einzelnen Fahrradfahrern wird angeprangert, auch die Untätigkeit von Polizei und Politik wird kritisiert. Lösungsvorschläge zielen vor allem darauf ab, wie man durch Strafen Geld in die Stadtkasse bringen könnte: “Es wäre einmal nicht schlecht wenn sich ein Polizist am Gürtel hinstellen würde und die STVO durchsetzen würde. Bei ca 10-15 Radfahrer die dort pro Stunde am Gehsteig fahren und €30,- Busgeld (was das kostet) wären das in 10 Stunden zwischen €3000,- und €4500,- was ja kein schlechtes Einkommen wäre. In 2-3 Wochen könnte man dann auch dort als Fußgänger wieder ungefährdet gehen.”

Wiener Anti Radfahrer-Seite auf Facebook

“Radfahrer dürfen in Wien machen was sie wollen”, meint der Administrator in einem der Postings. Dieser Ansicht scheint man aber auch in anderen Städten zu sein, denn die Wiener Gruppe ist nicht die einzige bei Facebook: In Deutschland gibt es beispielsweise “Kampfradler Watch” – eine Seite, die allerdings, wenn man bedenkt, dass hier über bundesweite Fälle berichtet wird, mit 108 Likes im Vergleich zur Wiener Seite noch schlechter dasteht. Auf der Seite “Radfahrer Jagd” (ebenfalls aus Deutschland) wird explizit dazu aufgerufen, ausschließlich Fotos von erwachsenen Radfahrern, die auf Gehsteigen unterwegs sind, zu posten.

Problematisch an diesen Seiten: Statt des auf Facebook üblichen blauen Daumens wird der moralische Zeigefinger erhoben. Allerdings handelt es sich hier um eine Doppelmoral: Einerseits werden Rechtsverstöße von Radfahrern angeprangert, andererseits werden durch die unverpixelten Fotos die Persönlichkeitsrechte der Abgebildeten verletzt. Die internationale Seite “MyBikeLane”, auf der Radfahrer Fotos von Autofahrern gesammelt haben, die auf Radwegen fahren oder parken, wurde aus genau diesem Grund bereits im Jahr 2012 wieder offline genommen.
(SVA)

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