Anschlag auf Wiener OPEC-Konferenz: Terror-Prozess in Frankfurt

Vor 37 Jahren wur der Terror-Anschlag auf die OPEC-Konfernez in Wien verübt.
Vor 37 Jahren wur der Terror-Anschlag auf die OPEC-Konfernez in Wien verübt. ©DPA
Fast 37 Jahre ist der blutige Terror-Anschlag auf die Wiener OPEC-Konferenz her, bei dem drei Personen getötet wurden. Nun wird ein Teil der Akte wieder geöffnet. Vor einem Frankfurter Gericht muss sich ab Freitag ein früheres Mitgleid der links-militanten Revolutionären Zellen verantworten.


Auch der Lebensgefährte der Angeklagten steht wegen mehrerer Brand- und Bombenanschläge vor dem Landgericht. Bei dem Anschlag auf die Konferenz der Organisation Erdölexportierender Länder (OPEC) in Wien waren 1975 drei Menschen ums Leben gekommen. Die angeklagte Sonja Suder soll an der Vorbereitung beteiligt gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft wirft der heute 79-Jährigen dreifachen Mord und einen Mordversuch vor.

Kronzeuge belastete Angeklagte

Im Vorfeld des Wiener Anschlags soll Suder den Terroristen Hans-Joachim Klein rekrutiert haben, der später im Prozess als Kronzeuge aussagen soll. Klein war 2001 wegen des Anschlags zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Zwei Jahre später wurde er auf Bewährung entlassen, 2009 schließlich begnadigt. Er hatte in seinem Prozess von der Kronzeugenregelung profitiert und auch Hinweise auf Suder gegeben.

40 Termine im Prozess um OPEC-Konferenz

Der zweite Frankfurter Angeklagte, der 71 Jahre alte Christian Gauger, soll für Anschläge auf Fabriken in Nürnberg und dem pfälzischen Frankenthal sowie auf das Heidelberger Schloss verantwortlich sein, bei denen zwischen 1975 und 1978 erheblicher Sachschaden entstand. Mit dem OPEC-Attentat hat der Schwerkranke laut Anklage nichts zu tun.

Gemeinsam mit Gauger war Suder im September vergangenen Jahres von Frankreich aus den deutschen Justizbehörden übergeben worden. Die Schwurgerichtskammer verhandelt wegen des Gesundheitszustands Gaugers nur höchstens drei Stunden pro Tag. Der Prozess wird sich deshalb erheblich in die Länge ziehen – schon jetzt hat das Gericht 39 Fortsetzungstermine bis zum 26. März des nächsten Jahres festgesetzt.

(APA)

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