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Angeblicher Auftragskiller in Wien verhaftet: Mordvorwürfe konstruiert

In Wien wurde im Februar ein 38-jähriger Russe festgenommen, der seit fünf Jahren von der russischen Polizei als mutmaßlicher Auftragskiller gesucht wurde. Er soll im Raum Nowosibirsk eine Gruppe von Auftragskillern geleitet haben.
Angeblicher Auftragskiller verhaftet

Seine Wiener Anwältin Liane Hirschbrich berichtete am Sonntag, dass die Mordvorwürfe konstruiert wurden, um den Mann als Regimekritiker zum Schweigen zu bringen.  Ihr Mandant Anatoly R. habe Wissen über die Korruption und den Amtsmissbraucher hoher Polizeibeamter in Nowosibirsk.

Angeblicher Auftragskiller in Wien verhaftet

Unter anderem weigerte er sich, Schutzgeldzahlungen an die Polizei zu leisten. Weil dem Russen gedroht wurde, wenn er etwas verraten würde, würde er das nicht überleben, flüchtete der Unternehmer im Jahr 2009 zunächst nach Deutschland und in der Folge nach Österreich.

Mit den ihn angelasteten Morden will der Beschuldigte, den die russische Polizei als “Celentano” bezeichnete, nichts zu tun haben. Laut Haftbefehl soll Anatoly R. zwischen 1997 und 2004 in Nowosibirsk an der Ermordung von zumindest vier Personen beteiligt gewesen sein. Darüber hinaus wird ihm ein Mordversuch vorgeworfen, außerdem soll er zumindest ein Mordkomplott geschmiedet haben.

“Mordvorwürfe an Haaren herbeigezogen”

Am vergangenen Donnerstag beschloss das Straflandesgericht die Auslieferung von Anatoly R. Dagegen will Anwältin Hirschbrich nun Rechtsmittel einbringen. “Eine Auslieferung bedeutet für ihn Gefahr für Leib und Leben.” Das Straflandesgericht Wien war am Sonntag für eine Stellungnahme nicht erreichbar. “Mein Mandant ist ein bekannter Gegner des russischen Regimes”, sagte Hirschbrich. “Die Mordvorwürfe gegen ihn sind an den Haaren herbeigezogen, um ihn mundtot zu machen. Diese Methode wird leider von den russischen Behörden immer wieder angewendet.”

(APA)

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