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Angebliche Prügel in Wiener Polizeiinspektion: Polizist freigesprochen

Auf der Polizeistation soll es zu einem Zwischenfall gekommen sein
Auf der Polizeistation soll es zu einem Zwischenfall gekommen sein ©APA (Sujet)
Der Prozess um angebliche Prügel auf einer Wiener Polizeiinspektion ist am Montag  mit einem glatten Freispruch zu Ende gegangen. Der 33-jährige Beamte, der auf einen 19-Jährigen eingedroschen haben soll, wurde von der gegen ihn erhobenen Körperverletzung freigesprochen.
Opfer kam nicht zu Prozess

Der Opfer verstrickte sich beim Prozess in Wien in Widersprüche. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Vorfall auf Polizeiwache in der Innenstadt

Der Vorfall soll sich am 26. März in einer Inspektion in der Wiener City zugetragen haben. Der 19-Jährige wurde gemeinsam mit seinem Freunden beim Schottenring kontrolliert und dann auf das Wachzimmer mitgenommen, weil sie zwei Gewürzfläschchen mit Majoran bei sich hatten, deren Inhalt angeblich zum Drogenstrecken gebraucht werden sollte.

Der Beamte und seine Kollegen nahmen die Burschen mit auf die Polizeiinspektion, um sie einer genaueren Kontrolle durchzuführen. “Sie sind freiwillig mitgegangen und waren nicht ungut”, sagte der 33-Jährige beim Prozessauftakt im Juli. In einer Arrestzelle wurden die Burschen – einer nach dem anderen – durchsucht. Für den Beamten verlief alles normal. Drogen wurden bei den Jugendlichen nicht gefunden, nur das spätere angebliche Prügelopfer hatte ein Messer eingesteckt. “Für mich war die ganze Amtshandlung 08/15”. Die Vorwürfe der Burschen seien ihm “völlig unerklärlich”.

19-Jähriger berichtet von Prügeln

Im Anschluss der Amtshandlung berichtete der 19-Jährige plötzlich von den Prügeln durch den Polizeibeamten. Laut Anklage soll der Beamte dem 19-Jährigen eine Ohrfeige sowie zwei Faustschläge verpasst haben, sodass dieser Hämatome auf der rechten Schläfe und dem rechten Jochbein erlitt. Das Opfer, das bei der ersten Verhandlung im Juli nicht als Zeuge vor Gericht erschienen war, verstrickte sich am Montag in Widersprüche.

So konnte sich der 19-Jährige etwa nicht mehr erinnern, auf welche Seite er geschlagen wurde. Zunächst erzählte er Einzelrichterin Elisabeth Reich felsenfest, dass es die linke Gesichtshälfte war, die betroffen war, danach wusste er nicht mehr, ob links oder rechts. Fotos von der Verletzungen, die allerdings undatiert waren, zeigten jedoch Verletzungen auf der rechten Seite. Danach gab er an, bei seiner Einvernahme der Polizei falsche Angaben gemacht zu haben. Tatsächlich habe es sich um eine Ohrfeige und um einen, nicht um zwei Faustschläge gehandelt.

Motiv des Polizisten fraglich

Richterin Reich versuchte auch das Motiv des Polizisten herauszufinden: “Warum schlägt er Sie aus heiterem Himmel?, fragte sie den Zeugen. “Weil ich auf Bewährung war und mir sowieso niemand was glaubt”, sagte der 19-Jährige. Angesprochen auf seine Facebook-Seite, auf der keine allzu freundliche Meinung von der Polizei an den Tag legte, gab sich der 19-Jährige kleinlaut. Unter anderem wurde die Abkürzung ACAB (“All Cops are Bastards”) verwendet. “Ich hab die Polizei noch nie leiden können.”

(apa/red)

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