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"Ali-Baba"-Räuber hofft auf Freiheit

Paukenschlag im Ali-Baba-Prozess. September 2002 - im Landesgericht werden die ersten zwei der sechs Kalaschnikow-Räuber zu acht Jahren Gefängnis verurteilt.

Die Täter werden dem Terrornetzwerk PKK zugeordnet. Nun zwingt eine neue Zeugenaussage die Justiz zu einer Wiederholung des Prozesses.

Der 29-jährige Kurde beteuerte von Anfang an seine Unschuld. So auch im Schwurgerichtsprozess im September vor zwei Jahren. Er bestritt vehement, an dem bewaffneten Raubüberfall auf das Dornbirner Gastarbeiterlokal “Ali Baba” beteiligt gewesen zu sein.

Gäste nackt ausgezogen
Im November 1998 waren sechs schwerbewaffnete, vermummte Räuber um halb fünf Uhr morgens in die Gaststätte eingedrungen und hatten die 30 Gäste ausgeraubt. Die Beute der mit Pumpguns und Kalaschnikows bewaffneten Räuber – Geld und Wertgegenstände im Wert von 40.000 Euro. Die Täter fesselten die nackt ausgezogenen Gäste mit Kabelbindern und sperrten sie in einen Lager­raum. Nach einiger Zeit gelang es den Opfern, sich selbst zu befreien. Die Spur der Täter verlor sich in der Schweiz. Der Ali-Baba-Raub war nur einer der zahlreichen Raub­überfälle auf türkische Lokale. 1998 wurden in der Schweiz eine ganze Reihe gleichgelagerter Verbrechen verübt. Zwei der Täter wurden geschnappt und in Basel verurteilt. Nach der Haft wurden sie an Österreich ausgeliefert und in der Causa “Ali Baba” in Feldkirch vom Schwurgericht ebenfalls verurteilt. Doch der Fall gibt weiterhin Rätsel auf.

Kehrtwende
Nachdem die zwei Verurteilten nun seit zwei Jahren in Haft sitzen, besinnt sich ein dritter Ali-Baba-Räuber und verblüfft die Richter nun mit der Aussage: “Einer der beiden Verurteilten sitzt unschuldig im Gefängnis.” Noch nie war das Landesgericht so streng bewacht wie in der Causa “Ali Baba”. Spürhund, die Spezialeinheit Cobra, Justizwachebeamte, strenge Personenkontrollen. Auch bei der Neuaufrollung am Freitag wird das Gericht wieder einer Festung gleichen, denn immerhin geht es für den 29-Jährigen um Freiheit oder weitere sechs Jahre Haft.

PKK-Terroristen
Die Kurden-Bande gehört zum Terror-Netzwerk PKK. Alle drei verurteilten Räuber gaben an, mit der PKK zumindest zu sympathisieren. “Es handelt sich um eine linksextreme Organisation, die sich Geld für ihre militanten Ziele verschaffen wollte”, so Staatsanwalt Heinz Rusch damals in seinem Plädoyer. Der Prozess am Freitag wurde bis in die Abendstunden anberaumt. Morgen lesen Sie in den “VN” alle Details zum Ablauf des Prozesses und zur Strategie der Verteidigung.

Stichwort: PKK
Die Partiya Karkerên Kurdistan (PKK) war eine ursprünglich marxistisch-leninistisch orientierte Untergrundorganisation, international und in der Türkei galt sie als Terrororganisation. Endziel war die Errichtung eines kurdischen Staates.

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