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Alaba hofft trotz Rippenverletzung weiter auf Israel-Einsatz

Ein Antreten des Bayern-Spielers ist derzeit ungewiss
Ein Antreten des Bayern-Spielers ist derzeit ungewiss ©APA
Österreichs Fußball-Teamchef Franco Foda ist in den anstehenden Schlüsselspielen der EM-Qualifikation am Donnerstag (20.45 Uhr) gegen Israel und drei Tage später in Slowenien zur Improvisation gezwungen. David Alaba hofft zwar trotz seines Haarrisses in der Rippe noch auf einen Einsatz. Andere Stammkräfte, darunter Rechtsverteidiger Stefan Lainer, muss Foda aber definitiv ersetzen.

Der Teamchef will sich davon nicht entmutigen lassen. Die ÖFB-Auswahl habe schon in den vergangenen Spielen "eindrucksvoll bewiesen", dass sie verletzungsbedingte Ausfälle gut kompensieren könne. "Wir hatten immer wieder das eine oder andere Problem und haben dann Lösungen gefunden", erklärte Foda. "Jetzt gilt es einfach auch, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Dann werden wir uns am Donnerstag gut präsentieren, davon bin ich überzeugt."

Neben Alaba nahm auch Konrad Laimer nicht am Mannschaftstraining teil. Der Mittelfeldspieler von RB Leipzig arbeitete laut ÖFB-Angaben wegen leichter Adduktorenprobleme individuell.

Während ihre Kollegen auf dem Hauptfeld des Ernst Happel Stadions in Wien trainierten, verblieben Laimer und Alaba im Stadioninnenraum. Laimer hatte in den vergangenen vier Partien des ÖFB-Teams zur Startformation gezählt und wäre auch für das Israel-Spiel im zentralen Mittelfeld vorgesehen.

Die Stimmung im Team sei sehr gut, berichtete Foda am Dienstag in einer ÖFB-Pressekonferenz in der Wiener Innenstadt. "Auch David wollte unbedingt kommen." Trotz anfangs ablehnender Äußerungen von Alabas Club Bayern München bezüglich einer Abstellung. Laut Alaba seien die Gespräche, die Foda mit Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic geführt hatte, aber ebenso "sehr positiv" verlaufen wie seine eigenen in München.

"Uns allen ist bewusst, dass es eine sehr, sehr wichtige Woche für uns ist. Da wollte ich natürlich dabei sein, um dem Team wie auch immer zu helfen", erklärte Alaba seinen unbedingten Wunsch, nach Wien zu reisen. Ob der 27-Jährige auch eingesetzt werden kann, ist aber höchst fraglich. Die "Rippe der Nation", zu der sie bereits hochstilisiert wurde, bereitet immer noch starke Schmerzen.

Alaba hatte sich die Verletzung vergangene Woche beim Champions-League-Sieg der Bayern gegen Tottenham (7:2) zugezogen, als ihm Serge Aurier auf den Körper sprang. "Natürlich hoffe ich, dass es sich in den nächsten 24 bis 48 Stunden so entwickelt, wie ich mir das vorstelle", erklärte Alaba Dienstagmittag. "Jeder Tag ist da sehr, sehr wichtig", ergänzte Foda.

Derzeit wird Alaba laut eigenen Angaben intensiv manuell, mit Lymphtherapie und mit Tabletten behandelt. "In 24 Stunden ist sehr viel machbar", sagte der 71-fache Nationalspieler. Entscheidend dürfte die Schmerzsituation sein. Sollte sich ein Einsatz gegen Israel noch nicht ausgehen, ist immer noch das für die EM-Teilnahme vielleicht sogar noch wichtigere Spiel am Sonntag (20.45 Uhr) in Ljubljana ein Thema.

Auf der Rechtsverteidigerposition muss Foda nach der Sprunggelenksverletzung von Lainer schon für Donnerstag eine Entscheidung treffen. "Es gibt mehrere Möglichkeiten", betonte der Teamchef. "Wir haben genug Alternativen." Einerseits könne Flügelspieler Valentino Lazaro auf der rechten Außenbahn weiter hinten agieren. Dazu kommen der nachnominierte Christopher Trimmel (Union Berlin) sowie die Umstellung auf eine defensive Dreierkette.

Die derzeit wahrscheinlichste Variante ist aber Stefan Posch, der im September in Polen (0:0) in der Innenverteidigung eine gelungene Startelf-Premiere im ÖFB-Team gegeben hatte. Beim 2:1-Überraschungssieg seines Clubs Hoffenheim bei den Bayern agierte der 22-jährige Steirer am Wochenende nicht zum ersten Mal als Rechtsverteidiger. Zudem würde Posch dem Teamchef die Möglichkeit geben, im Spiel taktisch von zwei auf drei Innenverteidiger umzustellen.

Seinen Einsatz gegen Polen hatte Posch dem nächtlichen Ausflug von Martin Hinteregger zwei Tage zuvor zu verdanken. Der mittlerweile begnadigte Frankfurt-Legionär äußerte sich am Dienstag in einem "Kleine Zeitung"-Interview erstmals zu dem Vorfall. "Ja, es stimmt, ich habe meinen Geburtstag gefeiert, zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Es tut mir leid. Ich habe meine Lehren daraus gezogen", wurde Hinteregger zitiert.

Als Profi müsse man sich seiner Vorbildrolle bewusst sein, meinte der 27-Jährige. "Dennoch sollten wir alle zusammen ehrlich sein: Wir träumen immer von der Idealvorstellung, von der perfekten Welt. Die gibt es aber nicht. Praktisch jeder Mensch macht Fehler, beruflich wie privat. Das passiert, so ist das Leben." Man müsse aber danach trachten, nicht zu viele zu machen - und vor allem nicht zweimal den gleichen.

Mannschaft und Trainer hätten seine Entschuldigung akzeptiert. "Damit ist das Thema für mich auch erledigt - endgültig", betonte Hinteregger. Auf die Aufstellung gegen Israel ist aber auch er gespannt. "'Poschi' hat es gegen Polen richtig gut gemacht. Generell sind wir in Österreich auf der Innenverteidiger-Position sehr gut aufgestellt, müssen uns da keine Sorgen machen."

Damit soll auch Israel um seinen Toptorschützen Eran Zahavi (9 Tore in der EM-Qualifikation) gestoppt werden. "Wir kennen die Qualitäten der Mannschaft", sagte Foda über die Israelis. Diese würden unter anderem im Umschaltspiel liegen. "Sie sind sehr flexibel im Spielsystem, aber wir sind auf alle Szenarien vorbereitet." Trotz der Ausfälle der Verteidiger Lainer und Philipp Lienhart (Nackenverletzung), der Mittelfeldspieler Florian Grillitsch (Knieverletzung) und Xaver Schlager (Knöchelbruch) - und wohl auch von Alaba.

(APA)

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