AKH: Ärzte wollen weiter kämpfen

Wollen weiter kämpfen: Die Ärzte am AKH
Wollen weiter kämpfen: Die Ärzte am AKH ©APA
Die Ärzte am Wiener Allgemeinen Krankenhaus (AKH) werden die heute, Montag, angekündigte Kürzung der Journaldienste ab 1. Februar 2012, nicht ohne weiteres hinnehmen.
Sparen ab 1. Februar
Betriebsversammlung am AKH
14% weniger Dienste am AKH
Ärzte warnen vor Kollaps
Licht aus für Notstromtest
Rettet das AKH!

“Wir werden kämpfen, bis diese Maßnahme zurückgenommen wird”, kündigte der Vorsitzende des Betriebsrats des ärztlichen Personals, Ärztekammer-Vizepräsident Thomas Szekeres, an. Derzeit sind im größten Krankenhaus des Landes 172 Ärzte pro Nacht bzw. am Wochenende im Einsatz. Diese Zahl soll nun auf 146 reduziert werden.

Große Betroffenheit bei den Ärzten im AKH

“Wir sind alle betroffen und können es kaum wahrhaben”, beschrieb Szekeres die Stimmung. Die Reduktion der Journaldienste werde “massive Auswirkungen auf die Klinik haben”, prophezeite er, weil sie alle Bereiche betreffe: “Im Bereich der Chirurgie rechnen wir mit einem Minus von 30 Prozent an Operationskapazität. Die Notfallaufnahme wird sicherlich nur eingeschränkt funktionsfähig sein, die Unfallabteilung ebenso.” Auch auf der Kinderabteilung werde ein Nachtdienst reduziert.

“Die Konsequenzen sind ganz wesentlich für die Patientinnen und Patienten”, warnte er. Es müsse unbedingt das Geld seitens der öffentlichen Hand zur Verfügung gestellt werden: “Es fehlen heuer neun Millionen Euro, nächstes Jahr wieder neun Millionen.” Er wies darauf hin, dass es – zusätzlich zu den Journaldiensteinsparungen – bereits seit Oktober einen “absoluten Aufnahmestopp” gebe.

Kein Sinn in Unterbeschäftigung des AKH

Seine Schlussfolgerung lautete: “Die Konsequenz ist, dass das AKH massiv hinuntergefahren wird, was auch wirtschaftlich einen Unsinn bedeutet, weil ja die Betriebskosten weiterlaufen.” Das heiße, es gebe weniger Einnahmen, weniger Kapazität, aber gleich hohe Betriebskosten wie zuvor. “Es sind Leistungen, wenn man die einmal zurückfährt, dann kann man das ganz schwer wieder hinauffahren”, erklärte Szekeres. Die Leistungen, die im AKH erbracht würden, besonders in den Bereichen Notfall und Unfall, seien in Wien nicht zu ersetzen.

“Wir können das nicht akzeptieren und wir werden kämpfen, bis diese Maßnahme zurück genommen wird”, stellte Szekeres klar. Morgen, Dienstag, werden die Ärzte am AKH erneut eine – allerdings bereits vor Tagen angekündigte – Protestveranstaltung gegen die Einsparungsmaßnahmen abhalten. Bei dieser öffentlichen Versammlung werden auch prominente Ex-Patienten teilnehmen, etwa der Gastronom Attila Dogudan und die ehemalige Politikerin Frida Meissner-Blau. Ex-Rennfahrer Niki Lauda wird eine Videobotschaft senden. Auch Rektor Schütz will bei der Veranstaltung das Wort ergreifen.

Während der Betriebsversammlung, die um 9.00 Uhr startet, kann es zu längeren Wartezeiten im AKH kommen. “Wenn es geht, sollen die Leute versuchen, ihren Routinetermin zu verschieben”, informierte Szekeres. Notfall- und Unfallpatienten würden am AKH wie gewohnt versorgt werden.

  • VIENNA.AT
  • Wien
  • Wien - 9. Bezirk
  • AKH: Ärzte wollen weiter kämpfen
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen