AK-Wahlen: Österreichs gesetzliche Arbeitnehmer-Vertretung wird gewählt

Die AK-Wahlen gehen wieder an den Start.
Die AK-Wahlen gehen wieder an den Start. ©APA
Nur noch drei Wochen, dann startet eine der größten, dafür am wenigsten beachteten Wahlen Österreichs - nämlich die neun Länder-Wahlen für die Arbeiterkammer, Österreichs gesetzliche Arbeitnehmer-Vertretung.

Als klare Favoriten gehen wie stets die sozialdemokratischen Gewerkschafter ins Rennen.

Die AK-Wahl ist ein langwieriges Unterfangen. Sie zieht sich vom 27. Jänner – da wird in den drei westlichen Bundesländern gestartet – bis zum 9. Mai. Erst da, mit dem Abschluss des Urnengangs in Niederösterreich, werden die exakten Stärkeverhältnisse feststehen. Geht es in Wien nicht ganz schief, wird wohl der dortige FSG-Spitzenkandidat Rudolf Kaske die nächsten fünf Jahre die Bundesarbeitskammer anführen.

Urnengang für die AK

Kaske, seit vorigem Jahr schon Präsident, tritt in der Bundeshauptstadt zum ersten Mal als Spitzenkandidat der roten Gewerkschafter an. Nach dem Absturz von Langzeit-Präsident Herbert Tumpel beim letzten Urnengang, als rund 13 Prozentpunkte verloren gingen, hat der frühere Vorsitzende der Gewerkschaft vida nunmehr in Wien ein Ergebnis von 56,4 Prozent zu verteidigen.

Überhaupt war die letzte AK-Wahl für die seit Jahrzehnten dominierenden Sozialdemokraten ein mittleres Desaster. Nach den Traumergebnissen zu schwarz-blauen Zeiten ging es beim ersten Urnengang nach dem Comeback der rot-schwarzen Koalition im Jahr 2009 wieder steil bergab. Bundesweit büßte man 7,6 Prozentpunkte ein. Mit 55,8 Prozent war die FSG trotzdem bei weitem die stärkste Kraft vor den Christgewerkschaftern, die mit leichten Zugewinnen 25 Prozent auf sich vereinen konnten.

Negative Stimmung gegenüber Rot-Schwarz

Die Hochburgen der FCG liegen im Westen. Sowohl in Vorarlberg als auch in Tirol halten die Christgewerkschafter stabile absolute Mehrheiten und daran dürfte sich auch diesmal wenig ändern. In den übrigen Bundesländern dürften sich die roten Gewerkschafter behaupten und dem negativen Stimmungsbild in der Bevölkerung gegenüber der rot-schwarzen Bundesregierung trotzen. Spannend ist hier vor allem, ob die jeweiligen Ergebnisse gehalten werden können.

Die Mehrheiten, die zu verteidigen sind, sind teilweise überwältigend. An der Spitze steht Alfred Schreiner, der im Burgenland an den von ihm selbst erreichten 70,4 Prozent gemessen wird. Ebenfalls sehr starke Ergebnisse haben Siegfried Pichler in Salzburg (67,9 Prozent) und Günther Goach in Kärnten (66,8 Prozent) zu verteidigen.

Freiheitliche und Grüne am Rande

Randfiguren werden wie bei AK-Wahlen üblich Freiheitliche und Grüne bleiben, für die es im Wesentlichen nur darum geht, ihre Ergebnisse der 2009er-Wahl zu verbessern. Die Freiheitlichen Arbeitnehmer kamen da auf 8,7 Prozent mit der Hochburg Wien, wo sich 12,3 Prozent für die FA entschieden, die Grün-nahe AUGE auf 4,7 Prozent, ebenfalls mit den besten Ergebnissen in Wien. (7,2).

Bei der Präsidentenwahl im Bund haben die kleineren Fraktionen in der Regel nicht viel mitzureden. Das Präsidentenamt fällt in der Regel jedenfalls dem Wiener Vorsitzenden zu. Bestimmt wird der Posten erst, wenn der Urnengang zur Gänze abgeschlossen ist. So wird Kaske zwar wohl schon am 24. März mit dem Abschluss der Wiener Wahl als Landesvorsitzender feststehen, aber noch zwei Monate abwarten müssen, bis die Niederösterreicher ihren Urnengang abgeschlossen haben, um sich als Präsident der Bundesarbeitskammer bestätigen lassen zu können.

(APA)

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