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Ahmadinejad droht dem Westen mit Handelsboykott

Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad hat sich im Konflikt mit dem Westen unnachgiebig gezeigt. Sanktionen gegen eine "große Nation" wie den Iran seien unangebracht, sagte Ahmadinejad dem deutschen Sender ZDF in einem Interview, das ab Montagabend vollständig im Internet abrufbar sein sollte.
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Sein Land habe ein Handelsvolumen von 24 Milliarden Dollar (18,3 Mrd. Euro), die “auch anderswo” als in den westlichen Ländern ausgegeben werden könnten. Das könne für 300.000 Europäer die Arbeitslosigkeit zur Folge haben, fügte Ahmadinejad in dem 40-minütigen Interview hinzu, von dem Auszüge im Voraus veröffentlicht wurden.

Ahmadinejad bezeichnete den Holocaust erneut als eine “Lüge” Israels. “Die haben eine Geschichte mit dem Titel Holocaust gemacht, und die Schäden, die Kosten dafür müssen die Palästinenser tragen”, sagte Ahmadinejad, der in der Vergangenheit wiederholt die Ermordung von Millionen Juden durch die Nationalsozialisten bestritten hatte.

Der UNO-Sicherheitsrat verhängte gegen den Iran wiederholt Sanktionen. Die EU beschloss im Atomstreit mit dem Iran im Jänner ein Ölembargo, das schrittweise bis zum 1. Juli in Kraft treten soll. Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms an der Entwicklung einer Atombombe zu arbeiten. Die Regierung in Teheran bestreitet das.

Ahmadinejad bezeichnete Atomwaffen gegenüber dem ZDF als “unmenschlich” und “unmoralisch”. Zugleich wies er den Verdacht des Westens zurück, dass der Iran aktuell eine Atombombe baut. “Wenn Ahmadinejad eine Bombe bauen möchte oder will, wird er das bekanntgeben”, sagte der iranische Präsident. “Und er wird auch keine Angst vor jemandem haben. Und wenn wir sagen, wir bauen keine Bombe, bauen wir keine Bombe. Wir wollen, dass das Gesetz eingehalten und respektiert wird.”

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