AA

Ärztekammer zu Corona: "Testen war nicht der richtige Weg"

Die groß angelegten Corona-Tests seien laut Ärztekammer-Präsident Oberösterreichs, Peter Niedermoser, "nicht der richtige Weg" gewesen.
Die groß angelegten Corona-Tests seien laut Ärztekammer-Präsident Oberösterreichs, Peter Niedermoser, "nicht der richtige Weg" gewesen. ©AP Photo/Matthias Schrader, File (Sujet)
Laut Peter Niedermoser, Ärztekammer-Präsident Oberösterreichs, waren die groß angelegten Corona-Tests "nicht der richtige Weg" in der Pandemie.

Laut dem oberösterreichischen Ärztekammer-Präsidenten waren die groß angelegten Corona-Tests "nicht der richtige Weg". Getestet werden sollten lediglich symptomatische Personen, und das nur von Ärztinnen und Ärzten, sagte Niedermoser gegenüber der APA. 66 Tests pro Tausend Einwohner am Tag machen Österreich zwar zum "Testweltmeister", "sie haben aber zu keinerlei Verbesserung der Situation beigetragen", so der Pathologe. Privat lasse er sich gar nicht mehr testen.

OÖ. Ärztekammer-Präsident: "Testen war nicht der richtige Weg"

Er wolle niemandem einen Vorwurf machen, denn "im Nachhinein ist man immer klüger". Wichtig sei aber, aus den Fehlern zu lernen. Länder wie Deutschland oder Schweden hätten mit vier beziehungsweise zwei Tests pro Tag auf Tausend Einwohner deutlich weniger getestet, die Sterberate sei in jenen Ländern jedoch besser als in Österreich. "Weder hat sich die Wellenbewegung durch das Testen verändert, noch hatte die Vielzahl an Tests einen Einfluss auf die Todeszahlen", sagt Niedermoser, der sich dabei auf ein Papier des oberösterreichischen Landeskrisenstabes stützt.

Corona-Massentests würden bloß falsche Sicherheit bringen

Groß angelegte Massentests oder das Projekt "alles gurgelt" in Wien würden lediglich zu einer falschen Sicherheit beitragen. Mehr als zwei Milliarden Euro, die bisher für öffentliche Testungen ausgegeben wurden, seien längst nicht mehr gerechtfertigt. Tests sollten laut Niedermoser nur noch beim Arzt oder der Ärztin stattfinden. Die Gefahr, dass symptomatische Personen - andere sollten ja zukünftig aufs testen verzichten - in der Arztpraxis jemanden anstecken würden, sieht er nicht. "Zuallererst sollte man ohnehin beim Arzt anrufen, vor Ort Maske tragen, und in den Wartezimmern der Ordinationen und Krankenhäusern in separierten Bereichen warten".

Niedermoser für Corona-Masken als Schutz gegen Infektionen

Gängige Hygienemaßnahmen und Masken seien weiterhin ein probates Mittel um sich gegen eine Infektion zu schützen, er verstehe aber auch Menschen die darauf verzichten würden. "Bei dem derzeitigen Infektionsgeschehen muss jeder für sich entscheiden, wo und wann er Maske trägt", so Niedermoser.

(APA/Red)

  • VIENNA.AT
  • Österreich
  • Ärztekammer zu Corona: "Testen war nicht der richtige Weg"
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen