Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Acht Räume für den „dritten Mann“

&copy APA
&copy APA
Acht Räume für den „dritten Mann“: Im Wiener Bezirk Wieden betreiben zwei Liebhaber das weltweit einzige Museum, das dem Filmklassiker „Der dritte Mann“ gewidmet ist.

Hunderte Exponaten haben Fremdenführer Gerhard Strassgschwandtner und Japanisch-Dolmetscherin Karin Höfler zusammengetragen. Darunter finden sich Preziosen wie die von Filmkomponist Anton Karas für das berühmte Harry-Lime-Thema verwendete Zither.

Diese wurde dem Museum von einem Ehepaar übergeben, das die ehemalige Proberäumlichkeiten des Musikers übernommen hatte. Anhand von Zigaretten-Brandspuren, die der Raucher Karas auf der Zither hinterließ, konnte es als das authentische Filminstrument identifiziert werden.

Für Musikliebhaber finden sich auch 390 digital abzurufende Coverversionen der Karas-Melodie. Das Spektrum der Interpreten reicht hier von den Beatles, über eine ungarische Csardasgruppe bis hin zu hinreißenden Hillbilly-Versionen.

Wie die Zither ist auch die originale Kappe des nervigen Kindes „Hansl“ aus dem im Nachkriegs-Wien gedrehten Film ein auratisches Einzelstück. Der Darsteller des Buben, Herbert Halbik, lebt noch heute in der Bundeshauptstadt und hat die Mütze erst vor Kurzem dem Museum gespendet.

Darüber hinaus finden sich aber auch Erstausgaben des „Dritter Mann“-Buches in 90 Sprachen, unzählige Filmplakate und Kinoprogramme aus der ganzen Welt sowie ein funktionstüchtiger Projektor in den Räumen des Privatmuseums. Dabei begann Strassgschwandtner erst vor neun Jahren mit dem Aufbau seiner Sammlung. Die Frage habe für ihn und seine Partnerin Höfler dann irgendwann gelautet: Sich Urlaube leisten oder ein Museum gründen.

Die beiden entschieden sich für Letzteres und haben mittlerweile acht Räume im Erdgeschoß ihres Wohnhauses in der Preßgasse angemietet, die jeden Samstag geöffnet haben. Dort bieten sie auf Wunsch auch Führungen durch ihr Reich, das neben diverser Memorabilia auch einen kleinen historischen Exkurs über das Nachkriegs-Wien bietet.

Als Besucher kämen hauptsächlich Touristen, so Höfler. Und die meisten seien „ein bisschen schräg“, freute sich Strassgschwandtner, der mit der Anmietung neuer Räume schon die weitere Expansion plant. Allerdings sei Partnerin Höfl noch nicht in diese Pläne eingeweiht – immerhin hatte sie für das Museum bereits ihr einstiges Büro räumen müssen.

„The third man“, so der Originaltitel der britisch-amerikanischen Produktion, wurde 1948 im kriegszerstörten Wien gedreht. Schriftsteller Graham Greene siedelte sein Krimi-Drehbuch um Penizillinschmuggel in die Ruinen der Donaumetropole an. Regisseur Carol Reed setzte im klassischen Film noir ein Ensemble in Szene, zu dem neben Orson Welles und Joseph Cotten auch österreichische Größen wie Paul Hörbiger gehörten.

Service: Das Museum in der Preßgasse 25 ist jeden Samstag von 14.00 bis 18.00 geöffnet.
Eintritt: 6 Euro für Erwachsene, 4 Euro für Kinder.
Informationen:http://www.3mpc.net

  • VIENNA.AT
  • Wien
  • Wien - 4. Bezirk
  • Acht Räume für den „dritten Mann“
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen