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52-Jährige in NÖ getötet: Prozess erneut vertagt

Der Prozess wurde auf 1. September verschoben.
Der Prozess wurde auf 1. September verschoben. ©APA/HELMUT FOHRINGER
Im Mai 2019 wurde eine 52-Jährige in Amstetten getötet. Der Mordprozess wurde nun erneut verschoben.
Mordanklage eingebracht
Mordalarm in Amstetten
Verdächtiger festgenommen

Der Geschworenenprozess um die Tötung einer 52-Jährigen im Mai 2019 im Amstettner Stadtteil Greinsfurth ist am Donnerstag in St. Pölten erneut vertagt worden. Das Gericht leistete einem Beweisantrag des Verteidigers folge. Demnach sollen die Handydaten des Angeklagten wiederhergestellt werden um daraus ein Bewegungsprofil zu gewinnen. Neuer Verhandlungstermin ist der 1. September.

Handydaten des Angeklagten sollen wiederhergestellt werden

Wiederhergestellt werden sollen Daten eines abgängigen Handys des 40-jährigen Beschuldigten. Der deutsche Staatsbürger wurde vom Gericht dazu aufgefordert, binnen 14 Tagen eine entsprechende SIM-Karte beim Netzbetreiber anzufordern und diese dann dem Landeskriminalamt zur Erstellung des Bewegungsprofils zum Tatzeitpunkt zu überlassen.

Staatsanwalt Leopold Bien hatte den Beweisantrag zuvor als "völlig spekulativ" und "bewusst verfahrensverzögernd" bezeichnet. Dem entgegnete Verteidiger Michael Dohr, dass der Antrag bereits am 17. Juni gestellt worden war und durch das Gericht "von vornherein abgelehnt" wurde. Nun sei jedoch - unter anderem durch die Befragung eines Forensikers des Landeskriminalamts - festgestellt worden, dass eine solche Wiederherstellung technisch machbar sei.

Schwester bezeichnet Angeklagten als "notorischen Lügner"

Befragt wurde am dritten Prozesstag am Donnerstag unter anderem auch die Schwester des Angeklagten. Sie bezeichnete den Mann als "notorischen Lügner". Am Wort war zudem der psychiatrische Sachverständige, dessen Erscheinen von Verteidiger Dohr am letzten Verhandlungstag am 17. Juni beantragt worden war. Der Experte führte aus, dass der Angeklagte zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig war. Eine erhöhte Aggressivität sei im Rahmen der Untersuchung beim 40-Jährigen nicht festgestellt worden. In Sachen Selbsteinschätzung ortete der Gutachter beim Beschuldigten jedoch eine Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität. "Er selbst hat sich als durchaus erfolgreicher, immer leistungsfähiger Hoteldirektor dargestellt", sei aber "nicht darauf eingegangen, dass er de facto ohne Einkommen war", sagte der Sachverständige.

Motiv für die Bluttat weiterhin offen

Die Leiche der 52-Jährigen war am späten Abend des 28. Mai vergangenen Jahres in einem Gebüsch neben dem Parkplatz des Einkaufszentrums WestSide City entdeckt worden. Der Beschuldigte wurde rund zwei Monate später festgenommen. Bei ihm wurde das Handy des Opfers gefunden, zudem wird der Mann von DNA-Spuren u.a. an der Kleidung und dem Körper des Opfers belastet. Angelastet werden dem 40-Jährigen Mord und schwerer Raub. Beides bestritt der Deutsche vehement.

Offen blieb im bisherigen Prozessverlauf die Frage nach dem möglichen Motiv für die Bluttat. Mehrmals war die Rede davon, dass sich der zuletzt arbeitslose Beschuldigte mit kleineren Betrügereien finanziell über Wasser gehalten haben könnte. Der Deutsche verneinte aber stets, in Geldnot gewesen zu sein.

(APA/Red)

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