4.000 Augenärzte aus aller Welt tagen ab Samstag in Wien

Wien wird ab morgen, Samstag, für vier Tage zum internationalen Zentrum der Augenheilkunde.

4.000 Mediziner aus aller Welt tagen im Austria Center, um neueste wissenschaftliche Resultate zu diskutieren und die Fortbildung junger Kollegen zu forcieren. Das kündigte die Präsidentin der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft (ÖOG), Susanne Binder, am Freitag bei einer Pressekonferenz in Wien an.

Einen Fokus richten die Mediziner bei der Konferenz auf eine laut Binder „verheerende Krankheit“, die „altersbedingte Makula-Degeneration“ (AMD), von der rund ein Drittel der über 75-Jährigen betroffen ist. Diese Netzhauterkrankung, bei der im Blickfeld der Patienten nach und nach ein schwarzer Fleck entstehen kann, ist in der westlichen Welt die Hauptursache für Erblindung. Von einem neuen Medikament versprechen sich die Mediziner nun Besserung der Sehkraft.

Je älter die Menschen werden, desto mehr dürften daran erkranken, schätzen die Ärzte. Bis 2020 sollen rund 7,5 Millionen Menschen über 65 Jahren weltweit betroffen sein. In etwa 20 Jahren dürfte die Anzahl der AMD-Patienten auf insgesamt 30 bis 40 Millionen ansteigen, prognostizierte Binder. In Österreich sind 125.000 Menschen betroffen.

Diskutieren wollen die Ärzte auch neue bildgebende Diagnoseverfahren: So wurde eine neue 3D-Technologie in Wien mitentwickelt, mit der Mediziner ein plastisches Bild der Netzhaut erhalten. Die Retina kann so mit höherer Präzision ohne direkten Kontakt untersucht werden. „Wir sehen das Ansprechen auf Behandlungen so besser“, erklärte Zdenek Gregor, Präsident der Europäischen Gesellschaft für Ophthalmologie.

Darüber hinaus beschäftigen sich die Augenärzte in 70 Symposien und 30 Kursen mit Laser-Operationen, Gen-Therapie und dem Implantieren von gesunden Zellen in die Netzhaut, die die Funktion von Abgenutzten übernehmen sollen. Am Rande des Kongresses, der von den Österreichischen, Europäischen und Amerikanischen Gesellschaften für Ophthalmologie veranstaltet wird, zeigt eine Ausstellung modernste medizinische Technologie. Zur Eröffnung der Konferenz am Samstag bringen sogar die Sängerknaben den Augenärzten ein Ständchen.

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