380-kV-Leitung: Korridor für künftigen Trassenverlauf vorgelegt

Eine Expertenkommission hat heute, Dienstag, ihren Vorschlag für die Trasse des zweiten Teils der 380-kV-Leitung zwischen Elixhausen (Flachgau) und Kaprun (Pinzgau) präsentiert. Der Korridor, in dem der endgültige Verlauf der Leitung erst fixiert werden muss, versucht Siedlungsgebieten so weit wie möglich auszuweichen.
Trassenkorridorvorschlag 380-kv-Salzburgleitung: Bericht zum Download

“Der Korridor ist eine gute Basis für die Diskussion mit den Gemeinden und den Bürgern”, sagte Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) am Dienstagnachmittag bei einem Pressegespräch nach der Präsentation der Ergebnisse der Kommission. In den nächsten Monaten solle versucht werden, durch eine weitere Optimierung Nutzungskonflikte so weit wie möglich zu reduzieren.

Der empfohlene Korridor für den zweiten Teil der Salzburgleitung verläuft von Elixhausen bei Salzburg über Eugendorf und Koppl. Keine Lösung gibt es in der Diskussion, wo die künftige Trasse den Gaisberg queren wird. In diesem Bereich schlagen die Experten eine Ost- und eine Westvariante als Planungsgebiet vor. Der Korridor verläuft im Tennengau, Pongau und Pinzgau weitgehend im Wald oder im Mittelgebirge. Bei Taxenbach ist eine Querung der Salzach vorgesehen. Danach verläuft das Planungsgebiet südlich der Salzach nach Kaprun.

Die Experten haben versucht, die Mindestabstände nach dem Salzburger Landeenergiegesetz einzuhalten. In einigen Bereichen sei das aber nicht gelungen, mussten Othmar Glaeser (Landesregierung/Umweltschutzabteilung) und Gerhard Christiner (Verbund Austrian Power Grid) als Leiter der Expertengruppe zugeben. Ob es zu Teilverkabelungen kommen wird, müsse im künftigen Verfahren geprüft werden, so Burgstaller und ihr Regierungskollege LHStv. Wilfried Haslauer (ÖVP), die sich nicht endgültig von dieser Variante in sensiblen Gebieten verabschieden wollten.

Insgesamt komme es für viele Anrainer aber zu großen Verbesserungen, sprach Burgstaller von einer “Infrastrukturbereinigung”. So würden rund 250 Kilometer bestehender 220- und 110-kV-Leitungen der Salzburg AG und der ÖBB abgebaut. Dadurch würden 4.300 Wohnobjekte von Leitungen entlastet und rund vier Millionen Quadratmeter Bauland in den Gemeinden frei. Für jene, die im Interesse der Allgemeinheit mit der Leitung belastet werden, müsse es einen Ausgleich geben, sagte die Landeshauptfrau.

Von einem “wichtigen Schritt in die richtige Richtung” sprach Verbund-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Anzengruber. Die Salzburgleitung sei eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte für die österreichische Energieversorgung. Sie werde Gesamtinvestitionen von rund einer Milliarde Euro für Salzburg bringen. Der Verbund werde mit dem Bau des geplanten Kraftwerks Limberg III in Kaprun nur beginnen, wenn sichergestellt sei, dass die dort erzeugte Energie auch abgeleitet werden könne. Die 380-kV-Leitung sei Voraussetzung dafür.

In den nächsten Tagen werden die betroffenen Gemeinden bei Bürgerversammlungen von den Empfehlungen der Expertenkommission informiert und ein Diskussionsprozess über den möglichen Verlauf der Leitung in Gang gesetzt. Geht alles nach Plan, werde man in der zweiten Jahreshälfte 2011 eine einreichfähige Trassenvariante haben, meinte Anzengruber. Er geht von einer Verfahrensdauer von zwei bis drei Jahren bis zur endgültigen Genehmigung der Salzburgleitung aus.

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