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"3096 Tage": Film über Natascha Kampusch feiert Premiere in Wien

Film über Natascha Kampusch: "3096 Tage" feiert am Montag Premiere in Wien.
Film über Natascha Kampusch: "3096 Tage" feiert am Montag Premiere in Wien. ©APA-FOTO: CONSTANTIN FILM VERLEIH GMBH/JÜRGEN OLCZYK
Am Montag, den 25. Februar 2013, feiert der Film "3096 Tage", der die Leidensgeschichte Natascha Kampuschs zeigt, Premiere in Wien-Favoriten - inklusive rotem Teppich. Neben Kampusch selbst werden auch die Regisseurin Sherry Hormann und die beiden Darsteller Antonia Campbell-Hughes und Thure Lindhart anwesend sein.
Interview mit Günther Jauch
Szenen zum Film "3096 Tage"

Nach der Premiere in Wien folgen tags darauf München und am Mittwoch Berlin, bevor “3096 Tage” am 28. Februar regulär im Kino anläuft. Initiiert hatte das Projekt noch die 2011 verstorbene Produzentenlegende Bernd Eichinger. Seine Kollegin Ruth Toma vollendete das erst zu zwei Drittel fertige Drehbuch nach seinem Tod, wobei die Produktion in diesem Zuge international ausgerichtet wurde. So drehte die Deutsch-Amerikanerin Hormann auf Englisch mit der Britin Campbell-Huges (2012 Gewinnerin des Berlinale-Shooting Star Awards) als erwachsene Natascha Kampusch, dem Dänen Lindhardt und der jungen Amelia Pidgeon, welche Kampusch zum Zeitpunkt ihrer Entführung spielt.

Kampusch arbeite an Drehbuch mit

Die Produktionsfirma Constantin Film holte sich für ihr Vorhaben die Zustimmung der heute 25-jährigen Kampusch, mit der sich Eichinger noch vor Beginn der Arbeit am Drehbuch mehrmals getroffen hatte. Dass Eichinger das Werk federführend auf Schiene gebracht hatte, war für Kampusch ein zentrales Argument, ihm und der Constantin die Rechte zu verkaufen. “Immerhin war der erste Film, den ich in Freiheit im Kino gesehen habe, die Bernd-Eichinger-Produktion ‘Das Parfum'”, wird sie von der Produktionsfirma zitiert. Im Gegenzug sicherte man ihr vertraglich zu, das Drehbuch lesen zu dürfen und änderte auf ihren Wunsch Details.

“3096” Tage basiert auf Autobiografie

Schließlich basiert der Film zu guten Teilen auf der gleichnamigen Autobiografie Kampuschs, die 1998 als Zehnjährige von Wolfgang Priklopil auf dem Schulweg entführt worden war. Nach achteinhalb Jahren Gefangenschaft in einem Keller in Strasshof konnte sie erst im August 2006 aus dem Haus ihres Peinigers fliehen. Dieser beging daraufhin Selbstmord. In ihrem 2010 erschienen Buch schildert die Autorin ihr Martyrium relativ sachlich, spart dabei aber nicht mit Gesellschaftskritik und Reflexionen ihrer Situation. Darüber hinaus verwendete Drehbuchautorin Ruth Toma auch “Verzweifelte Jahre” als Vorlage, das Kampuschs Mutter Brigitta Sirny geschrieben hatte.

Sexszenen und Brutalität im Kinofilm um Natascha Kampusch

Die Filmversion spielt nun zu einem guten Teil im klaustrophobischen Verlies, in dem Kampusch während ihrer Gefangenschaft leben musste, was für Kameralegende Michael Ballhaus nach Eigenaussage im Vorfeld die größte Herausforderung darstellte. Der 77-jährige Ehemann von Regisseurin Hormann war nach Jahren der Pause für “3096 Tage” wieder hinter die Kamera zurückgekehrt. Auch diese Kulisse ihres Verlieses hat Kampusch im Juni 2012 besucht, als sie das Set in den Bavaria Studios in München besuchte. Vor allem vorhandene Sexszenen, bei denen auch Fesseln im Spiel sind, sorgten schon vor der Premiere des Films für Aufregung. Im
Interview bei Günther Jauch
bestätigte Kampusch, dass sie von ihrem Peiniger zum Geschlechtsverkehr gezwungen worden war: “Er hat mich beim Sex gefesselt, damit ich ihn im Schlaf nicht überwältigen konnte”, erklärte das ehemalige Entführungsopfer der Bild-Zeitung.
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