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20-Jähriger angeblich in Terror-Camp ausgebildet: Verhandlung vertagt

In einem Terrorcamp ließ sich der 20-Jährige angeblich ausbilden.
In einem Terrorcamp ließ sich der 20-Jährige angeblich ausbilden. ©APA/Sujet
Ein "Terrorprozess" am Wiener Landesgericht ist am Dienstag neuerlich vertagt worden. Einem 20-Jährigen wird vorgeworfen, dass er sich im Sommer 2013 in einem syrischen Terror-Camp ausbilden hätte lassen.
Prozess gegen 20-Jährigen

Bei der Verhandlung am Dienstag fehlte jedoch ein Entlastungszeuge aus der Türkei. Ein Enthaftungsantrag wurde von Richter Norbert Gerstberger abgelehnt. Staatsanwältin Stefanie Schön glaubt, dass der Beschuldigte im türkisch-syrischen Grenzgebiet engen Kontakt zur radikal-islamischen Al-Nusra-Front hatte – und sich damit an einer terroristischen Vereinigung beteiligt hat.

Dies wird von diesem jedoch bestritten, er habe sich die ganze Zeit bei Verwandten in der Türkei aufgehalten. Ein Zeuge, der angeblich ein entsprechendes Alibi geben könnte, hat seine Ladung jedoch nicht behoben.

Vorwürfe gegen 20-jährigen Türken

Der 20-Jährige – ein gebürtiger Türke – war im Alter von acht Jahren mit seinen Eltern und mehreren Geschwistern nach Österreich gekommen und gut integriert. Probleme gab es jedoch mit seinen Eltern, als er begann, die Altun-Alem-Moschee in Wien-Leopoldstadt zu besuchen, die als Salafisten-Zentrum gilt.

Anfang Sommer 2013 verschwand der damals noch 19-Jährige von der Bildfläche, die Eltern erstatteten Abgängigkeitsanzeige. Nach Erkenntnissen der Strafverfolgungsbehörden soll der junge Mann über Ungarn und die Türkei in ein Terror-Camp an der syrischen Grenze gelangt sein. Dort wäre er im Juli bei der für Bomben- und Selbstmordanschläge bekannten Al-Nusra-Front im Bombenbau und Waffengebrauch geschult worden sein.

“Lasse mich zum Kampf ausbilden”

Diese Darstellung beruht auf Angaben von Brüdern und einem Freund des Angeklagten, mit denen er im fraglichen Zeitraum über Skype und Facebook Kontakt hatte. Diesen teilte er unter anderem mit, er befinde sich in Syrien und lasse sich “zum Kampf ausbilden”. Er nannte in diesem Zusammenhang auch Al-Nusra, die als verlängerter Arm von Al-Qaida gilt. Sein neuer Verteidiger Martin Mahrer tat dies nun als “spätpubertäres Verhalten” ab, aufgrund dessen er “depperte Chats” gepostet habe. Die Anklage habe keine Beweise, dass sein Mandant überhaupt in Syrien gewesen sei, bis auf eine in einem Buch entdeckte syrische Banknote. Statt dass die Staatsanwaltschaft dem 20-Jährigen seine Schuld beweise, sei die Verteidigung gezwungen, dessen Unschuld nachzuweisen.

Der Staat fühle sich herausgefordert, meinte Mahrer. Es wäre ein politisches Verfahren, so die Einschätzung des Juristen, nachdem sein Enthaftungsantrag abgelehnt worden war. Der 20-Jährige, der Anfang Dezember bei seiner Einreise nach Österreich festgenommen worden war, bleibt daher weiter in Haft. Die Verhandlung wurde auf den 1. Juli vertagt.

(APA)

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