17-jähriger Terrorverdächtiger: Bisher brisantester Fall in Österreich

Immer wieder gab es Fälle zum Thema Jihadismus in Österreich
Immer wieder gab es Fälle zum Thema Jihadismus in Österreich ©APA (Sujet)
Nach Expertenmeinung ist die Causa um den in der Vorwoche in Wien festgenommenen 17-jährigen Terrorverdächtigen der bisher brisanteste Fall in Österreich, wenn es um jihadistischen Terror geht. Es sei bei dem 17-Jährigen wohl nicht eine Frage des Wollens gewesen, eher eine Frage der Möglichkeiten und der Fähigkeiten.
"Er hatte keine Anschlagpläne"
IS-Unterstützer - "nicht harmlos"
Angeblich Testbombe gebaut
17-Jähriger in U-Haft

Laut einem Bericht der “Süddeutschen Zeitung” hat der 17-Jährige bei seinem Besuch in Neuss mit dem dort verhafteten 21-jährigen deutschen Verdächtigen eine Probesprengung durchgeführt. Dabei sollen sie mit Schwarzpulver aus Pyrotechnika etwas herzustellen versucht haben. Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) sprach vor dem Ministerrat unter Berufung auf Aussagen des Beschuldigten von einer “Test-Bombe”.

17-Jähriger war in Aachener Islamistenszene unterwegs

“Ich kann nur den Schilderungen folgen”, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Düsseldorf, Ralf Herrenbrück. Weder eine Mengenbezeichnung noch eine Beschreibung der Auswirkungen der Sprengung liegen vor. Offenbar sei es nicht darum gegangen, die volle Detonationskraft hervorzurufen, sondern nur um zu schauen, ob es funktioniert.

Nach Angaben der “Süddeutschen Zeitung” hat sich der 17-jährige Terrorverdächtige unmittelbar vor seinem zweiwöchigen Besuch in Neuss vom 2. bis 15. Dezember in der Aachener Islamistenszene aufgehalten. Der 21 Jahre alte Deutsche aus Neuss, der am Samstag als mutmaßlicher Komplize des 17-Jährigen festgenommen worden war, befindet sich laut Herrenbrück nach wie vor in U-Haft.

Terrorverdächtiger wurde in Wiener Neustadt 2015 verurteilt

Das Innenministerium in Wien bestätigte offiziell nicht, dass der 17-Jährige vor seinem Aufenthalt in Neuss zwei Wochen in Aachen war. “Die Ermittlungen laufen”, hieß es. Auch beim Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen, das sich gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt in Wiesbaden mit dem 21-Jährigen aus Neuss beschäftigt, gab es am Dienstag keine inhaltlichen Angaben.

Der 17-Jährige war im Oktober 2015 am Landesgericht Wiener Neustadt zu 29 Monaten Haft, davon 20 bedingt, unter Setzung einer dreijährigen Bewährungsfrist verurteilt worden. Den unbedingten Teil der Strafe hatte er bereits in der Untersuchungshaft verbüßt. Das Gericht ordnete damals auch Bewährungshilfe und die Absolvierung eines Anti-Aggressionstrainings an.

(apa/red)

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